Die Rumänisch-Deutsche Kulturgesellschaft Temeswar ist mit einer Vorstandssitzung in das neue Jahr gestartet. Dabei zog die Kulturgesellschaft Bilanz über ein ereignisreiches Jahr 2025 und stellte zugleich die Weichen für kommende Projekte in Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen im In- und Ausland.
Heimattage, Tagungen und Konzerte
Im Mittelpunkt des vergangenen Jahres standen zahlreiche kulturelle und wissenschaftliche Veranstaltungen in Temeswar und anderen Ortschaften aus dem Banat. Zu den Höhepunkten zählte die Nikolaus-Lenau-Tagung, die von der Kulturgesellschaft in Zusammenarbeit mit der Politehnica-Universität Temeswar, dem Demokratischen Forum der Deutschen im Banat, der Lenauschule und durch die Förderung der Stiftung Deutsche Sprache im Konferenzzentrum der Politehnica-Universität organisiert wurde. Wissenschaftler und Kulturschaffende aus dem In- und Ausland, Vertreter aus den Bereichen Bildung, Kultur, Politik, Wirtschaft und Medien, Dozenten, Lehrer, Studenten, Schüler sowie Kulturinteressierte kamen zusammen, um Sprache, Literatur, Übersetzung und kulturelles Erbe ausgehend von den Werken Lenaus im deutsch-rumänischen Kontext zu beleuchten. Ergänzt wurde das Programm der internationalen Konferenz durch Vorträge, Lesungen, einen Ausflug nach Lenauheim mit Museumsbesuch und einen Konferenztag im Nikolaus-Lenau-Lyzeum, die den akademischen Austausch förderten und auch jungen Teilnehmenden neue Perspektiven eröffneten.
Weitere Veranstaltungen der Kulturgesellschaft widmeten sich den Studenten der deutschsprachigen Studiengänge an der Fakultät für Kommunikationswissenschaften der UPT und wurden in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Konsulat Temeswar organisiert.
Auch musikalisch setzte die Kulturgesellschaft Akzente: Ein Weihnachtskonzert im Runddorf Charlottenburg (Gemeinde Bogda/ Neuhof) bot Gelegenheit, kulturelle Brücken zu schlagen und die Traditionen und Bräuche in den Banater Dörfern lebendig zu erhalten und zugleich, die Gemeinde Neuhof mit ihren Dörfern Charlottenburg, Buzad, Altringen, Bogda, Sintar (Buchberg) und Comeat (Lichtenwald) weiter zu fördern. Ein traditioneller Weihnachtsmarkt neben der Kirche und eine Wohltätigkeitsaktion für die Kinder der Gemeinde Bogda ergänzten das „Weihnachtsmärchen in Charlottenburg“.
Darüber hinaus beteiligte sich die Rumänisch-Deutsche Kulturgesellschaft Temeswar als Partnerorganisation im Laufe des vergangenen Jahres an mehreren Projekten und Veranstaltungen, wie z. B. die Heimattage der Banater Deutschen in Temeswar und stärkte die Zusammenarbeit mit kulturellen Institutionen, Universitäten, Schulen, mit dem Demokratischen Forum der Deutschen im Banat, der Landsmannschaft der Banater Schwaben e. V., mit dem Deutschen, Österreichischen und Ungarischen Konsulat in Temeswar, mit Stiftungen aus Rumänien und Deutschland, mit dem Kreisrat Temesch, dem Schulinspektorat Temesch, dem Bürgermeisteramt, mit Gemeinden aus dem Banat usw.
Mehrere Events zum 25.
Die Gesellschaft unterstützt das Kulturzentrum in seiner Tätigkeit und der Vorstand würdigte das Engagement der Leiterin Mona Petzek und der Angestellten des Kulturzentrums, die im Bereich Kultur und in der Sprachabteilung sehr aktiv sind und dank der Förderung des Goethe-Instituts Bukarest auf ein ereignisreiches Jahr blicken. Der Vorstand hob die Unterstützung der Mitglieder der RDKG hervor, der Partner und Förderer, deren Mitwirkung die vielfältigen Aktivitäten erst möglich machte.
Ein besonderer Anlass prägt das laufende Jahr: Die Rumänisch-Deutschen Kulturgesellschaft Temeswar feiert ihr 25-jähriges Bestehen. Seit einem Vierteljahrhundert steht sie für Kontinuität im kulturellen Dialog zwischen Rumänien und Deutschland, für Begegnungen zwischen Generationen sowie für die Pflege der Tradition und Kultur im Banat. Das Jubiläum soll im Laufe des Jahres mit mehreren Veranstaltungen gewürdigt werden, die sowohl die Geschichte der Gesellschaft als auch ihre zukünftige Rolle im kulturellen Leben sichtbar machen.
Wie die Vorsitzende der Rumänisch-Deutschen Kulturgesellschaft Temeswar, Univ.-Lekt. Dr. Ana-Maria Dascălu-Romițan gegenüber der BZ mitteilte, sei das 25-jährige Jubiläum nicht nur als Anlass des Rückblicks zu betrachten, sondern auch als Ansporn für neue Initiativen, für eine vertiefte kulturelle Zusammenarbeit zwischen Temeswar und dem deutschsprachigen Raum, für die stärkere Einbindung junger Generationen sowie für die nachhaltige Förderung des interkulturellen Dialogs in einer zunehmend vielfältigen europäischen Gesellschaft. Geplant sind Veranstaltungen, die den kulturellen und wissenschaftlichen Austausch, die Nachwuchsförderung und die Zusammenarbeit mit verschiedenen Bildungs- und Kulturinstitutionen weiter vertiefen. Damit knüpft die Gesellschaft an ihre Gründungsidee an, die durch den Einsatz des Abgeordneten der Deutschen Minderheit im Rumänischen Parlament, Ovidiu Ganț und Univ.-Prof. Dr. Roxana Nubert als Gründungsmitglieder und erste Vorsitzende der Gesellschaft maßgeblich geprägt wurde, und von Beginn an auf die institutionelle Festigung der rumänisch-deutschen Kulturbeziehungen in Temeswar sowie auf die Förderung eines lebendigen akademischen und zivilgesellschaftlichen Austauschs ausgerichtet war. Für die Zukunft nimmt sich die Gesellschaft vor, die Tätigkeit des Deutschen Kulturzentrums weiterhin zu unterstützen und zu begleiten, kulturelle Brücken zu bauen und den deutsch-rumänischen Dialog lebendig zu halten, eine Aufgabe, die auch nach 25 Jahren nichts von ihrer Aktualität verloren hat.





