Archivmaterial
Künstliche Intelligenz macht den einen Angst, die anderen wollen sie nutzen, um Höchstleistungen zu erreichen. Anpassen werden sich alle müssen.
Eine Umfrage von BZ-Redakteur Bogdan Mihai Dasc²lu
Eine Frage, vier Antworten: Herr Rektor, ausgehend von der Aussage von Elon Musk „AI could surpass human intelligence by 2026 and become smarter than all humans combined by 2030.” (Quelle: The Times of India, September 2025; auf Deutsch: „Die künstliche Intelligenz könnte die menschliche Intelligenz bis 2026 übertreffen und bis 2030 intelligenter werden als alle Menschen zusammen.“), möchten wir Sie bitten, uns zu sagen, wie Ihrer Ansicht nach die künstliche Intelligenz die akademische Landschaft Temeswars in den nächsten fünf bis zehn Jahren beeinflussen wird.
Octavian Crețu
Die Aussage von Elon Musk, dass „künstliche Intelligenz die menschliche Intelligenz bis 2026 übertreffen und bis 2030 intelligenter werden könnte als alle Menschen zusammen“, hat zweifellos einen provokativen Charakter und belebt die öffentliche Debatte.Jenseits ihrer Spektakularität ist für uns als medizinische Universität und als akademisches Umfeld in Temeswar die wesentliche Frage jedoch nicht, obdie künstliche Intelligenz kommt, sondern wie wir uns entscheiden, sie so zu integrieren, dass sie der Ausbildung, der Forschung und letztlich dem Patienten dient. In diesem Sinne ist unsere Vision klar: Wir sehen die künstliche Intelligenz als ein starkes Unterstützungsinstrument, nicht als Ersatz des Menschen, weder im Hörsaal noch am Krankenbett.
In den kommenden 5 - 10 Jahren wird die medizinische Hochschulbildung in Temeswar wesentlich durch KI beeinflusst, durch die Art und Weise, wie wir lehren, lernen und prüfen. Wir erwarten, dass KI-gestützte Lernplattformen den Bildungsweg jedes Studierenden teilweise personalisieren können: Wissenslücken identifizieren, zusätzliche Ressourcen vorschlagen, alternative Erklärungen bieten, Tests und klinische Fälle generieren, die dem jeweiligen Niveau angepasst sind. Gleichzeitig verschwindet die Rolle der Lehrperson nicht, im Gegenteil, sie wird komplexer. Der Professor wird zunehmend zum Kurator von Information, zum Qualitätsgaranten der Inhalte, zum Mentor und Charakterbildner, nicht bloß zum Vermittler von Daten. KI kann einen Teil der repetitiven Aufgaben automatisieren (z. B. die Erstellung von Fragebögen oder die Auswertung standardisierter Antworten) und dadurch Zeit schaffen für echte menschliche Interaktion, klinische Diskussionen und die Entwicklung kritischen Denkens.
Ein wesentlicher Gewinn wird im Bereich der Simulationen und „virtuellen Patienten“ erwartet. Durch die Integration von KI in den Simulationslabors werden Studierende mit dynamischen klinischen Szenarien arbeiten können, in denen der „Patient“ in Echtzeit auf therapeutische Entscheidungen reagiert und das System strukturiertes Feedback liefert. So lassen sich nicht nur Wissen, sondern auch klinisches Denken, das Treffen von Entscheidungen unter Zeitdruck und interdisziplinäres Arbeiten trainieren. Dennoch müssen Studierende verstehen, dass ein Algorithmus kein „absoluter Wahrheitsträger“ ist, sondern ein probabilistisches Modell auf Grundlage historischer Daten, mit klaren Grenzen. Ihre Ausbildung wird daher auch digitale Kompetenz, KI-Alphabetisierung und vor allem eine Kultur des gesunden Zweifels gegenüber automatisch generierten Ergebnissen einschließen.
Gleichzeitig müssen wir die Grenzen deutlich festlegen. In unserer Auffassung hat die künstliche Intelligenz in der medizinischen Ausbildung eine unterstützende Funktion, sie ersetzt nicht das menschliche Handeln. Wir wollen und erwarten keine Zukunft, in der die Beziehung zwischen Lehrenden und Studierenden ausschließlich über Bildschirme und Algorithmen vermittelt wird. Der direkte Kontakt, die Diskussionen am Patientenbett, Präsenzseminare, die Vermittlung ethischer Haltungen und Empathie können keiner Maschine überlassen werden. Das akademische Umfeld in Temeswar wird seine humanistische Identität bewahren, und die Nutzung der KI wird von klaren Prinzipien geleitet sein: Transparenz (der Studierende muss wissen, wann er mit einem KI-Instrument interagiert), Verantwortung (die pädagogische Entscheidung bleibt menschlich) und akademische Integrität (Vermeidung einer Abhängigkeit von KI auf Kosten des eigenen Denkens).
Bezogen auf den medizinischen Akt ist unsere Position ebenso eindeutig. Im kommenden Jahrzehnt wird die künstliche Intelligenz mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem unverzichtbaren Werkzeug des Arztes: Sie wird große Datenmengen aus der Fachliteratur-Literatur synthetisieren, zur schnellen Aktualisierung von Leitlinien beitragen, komplexe Daten interpretieren (Bildgebung, Genomik, Big Data aus medizinischen Geräten) und mögliche Differenzialdiagnosen oder therapeutische Ansätze vorschlagen. In der universitären Klinik werden diese Instrumente sowohl die medizinische Tätigkeit als auch den didaktischen Prozess unterstützen. Doch selbst in den optimistischsten Szenarien bleibt die endgültige Entscheidung beim Arzt und damit eine zutiefst menschliche Verantwortung. KI kann die klinische Untersuchung, das Gespräch mit dem Patienten, das Verständnis des sozialen und psychologischen Kontextes, die Entscheidung in unsicheren Situationen und vor allem die moralische Verantwortung für deren Konsequenzen nicht ersetzen.
Darüber hinaus erfordert die breite Einführung von KI in Praxis und medizinische Ausbildung einen soliden ethischen und rechtlichen Rahmen. Als Universität haben wir die Pflicht, Ärzte auszubilden, die nicht nur verstehen, wie man solche Instrumente nutzt, sondern auch wann man sie nicht nutzen sollte, und wie man Patientendaten, ihre Vertraulichkeit und ihre Würde schützt. Damit wird das akademische Umfeld in Temeswar nicht nur ein passiver Nutzer der Technologie sein, sondern ein kritischer Akteur, der die Art und Weise mitgestaltet, wie diese Technologien im Gesundheitswesen eingesetzt werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Auch wenn Prognosen über das Übertreffen menschlicher Intelligenz durch KI diskutiert werden können, ist für uns die Wahl der Richtung entscheidend. In den nächsten 5 bis 10 Jahren soll die künstliche Intelligenz in die medizinische Ausbildung in Temeswar als starker, aber kontrollierter Verbündeter integriert werden, als Beschleuniger des Wissenszugangs, als Verstärker unserer Fähigkeit, hervorragend ausgebildete Ärzte hervorzubringen, nicht als Ersatz für Lehrende oder Ärzte. Wir werden in digitale Infrastruktur, in die Fortbildung der Lehrenden, in Partnerschaften mit Technologiezentren und Krankenhäusern investieren, doch als zentralen Bezugspunkt behalten wir den Menschen, den Studierenden, den Professor, den Arzt und den Patienten. In einer immer digitaleren Welt besteht unserer Meinung nach die Mission unserer Universität darin, zutiefst menschlich zu bleiben und die Technologie zu nutzen, um das Beste in uns zu stärken, nicht um uns zu ersetzen.
Florin Drăgan
Obwohl die künstliche Intelligenz immer leistungsfähiger wird, bin ich überzeugt, dass die grundlegende Rolle des Menschen essenziell bleibt. Wir werden nicht zu passiven Zuschauern, sondern zu echten Orchestratoren von KI-Werkzeugen. Dieser Übergang wird die akademische Landschaft Temeswars in den nächsten fünf bis zehn Jahren tiefgreifend verändern, allerdings auf eine Weise, welche die Bedeutung menschlicher Expertise verstärkt, anstatt sie zu verdrängen.
Studierende müssen in Zukunft die grundlegenden Prinzipien viel besser verstehen, etwa, was eine objektorientierte Programmierung ist oder wie eine Webanwendung funktioniert, denn nur so können sie KI tatsächlich wirkungsvoll steuern. Das reine Auswendiglernen von Syntax oder API-Details verliert an Relevanz, weil KI diese Informationen perfekt beherrscht und auf jede Dokumentation sofort zugreifen kann. Routineaufgaben wie das Schreiben von Boilerplate-Code oder einfaches Debugging werden immer häufiger automatisiert. Gleichzeitig gewinnen andere Fähigkeiten stark an Bedeutung: die Architektur komplexer Systeme, ein tiefes Verständnis von Performance-Optimierung und Sicherheitsarchitektur, die Fähigkeit, verteilte Systeme zu gestalten, oder die Modellierung von Datenstrukturen, die langfristig skalierbar bleiben. All diese Bereiche erfordern ein technisches Urteilsvermögen, das KI nicht ersetzen kann.
Darüber hinaus rücken menschliche Kompetenzen in den Mittelpunkt. Die Fähigkeit, komplexe Probleme in handhabbare Elemente zu zerlegen, wird unverzichtbar. Ebenso wichtig ist die präzise Formulierung von Anforderungen, das tiefe Verständnis eines fachlichen oder wirtschaftlichen Kontextes sowie die kritische Bewertung der Vorschläge der KI. Die Studierenden müssen lernen, technische Entscheidungen überzeugend vermitteln zu können und strategisch zu denken, also zu verstehen, wie heute getroffene Entscheidungen die Projekte und Systeme von morgen prägen.
Für das KI-Zeitalter entstehen zudem neue Anforderungen. Studierende müssen lernen, wie man einen Kontext formuliert, damit ein KI-System qualitativ hochwertige Ergebnisse liefert. Sie müssen in der Lage sein, mehrere KI-Systeme gleichzeitig zu orchestrieren, Qualitätskriterien präzise zu definieren und Tests so zu formulieren, dass sie als eindeutige Spezifikationen dienen. Entscheidend ist ein Denken, das bei der Architektur beginnt und nicht beim Code.
Wir erleben damit einen echten Paradigmenwechsel: Wir lösen Probleme nicht mehr in erster Linie, indem wir Code schreiben, sondern indem wir Systeme entwerfen und die passenden Werkzeuge dazu orchestrieren. Unabhängig von allen technologischen Entwicklungen bleiben jedoch manche Fähigkeiten zeitlos: kritisches Denken, die Fähigkeit, Annahmen, auch die der KI, zu hinterfragen, verständliche und präzise Kommunikation, kontinuierliches Lernen und systemisches Problemlösen.
Insgesamt führt KI nicht dazu, dass Ingenieure überflüssig werden, sondern nur jene, die sich nicht weiterentwickeln. Deshalb muss sich das akademische Umfeld Temeswars in den nächsten fünf bis zehn Jahren von der bloßen Wissensvermittlung hin zur Förderung kritischen Denkens, zum Verständnis grundlegender Prinzipien und zur Fähigkeit der komplexen Orchestrierung von Systemen, einschließlich KI, bewegen, sodass unsere Studierenden weiterhin die Architekten der Lösungen bleiben, nur mit weit stärkeren Werkzeugen als je zuvor.
Marilen Pirtea
Wir wissen nicht, wie Bildung in zehn Jahren aussehen wird, ehrlich gesagt wissen wir es nicht einmal für die nächsten fünf Jahre. Und ich glaube, jeder, der behauptet, es mit Sicherheit zu wissen, irrt sich entweder oder versucht, etwas zu verkaufen. Was wir jedoch wissen ist, dass wir uns auf vermintem Terrain bewegen: Die künstliche Intelligenz entwickelt sich schneller, als wir ihre ethischen, sozialen und pädagogischen Konsequenzen überhaupt begreifen können. Selbst wenn die Schätzungen von Elon Musk nicht exakt zutreffen, die Richtung stimmt eindeutig. Wenn wir uns die großen technologischen Umbrüche der jüngeren Menschheitsgeschichte anschauen, von der Schreibmaschine zur Elektrifizierung bis hin zum World Wide Web, zu Bluetooth oder zur Satellitennavigation, dann ist klar: In den nächsten fünf bis zehn Jahren wird KI allgegenwärtig sein. Und für die Universitäten gilt: Entweder sie transformieren sich und passen sich dieser Realität an, oder sie laufen Gefahr, irrelevant zu werden.
Sie haben Elon Musk erwähnt. Ich würde vorschlagen, dass wir auch einen Moment bei Yuval Harari verweilen. Er warnte uns davor, dass „eine Gesellschaft, die ihre Technologien nicht versteht, anfälliggegenüber ihnen wird“. Und Elon Musk, mit seiner für ihn typischen Direktheit, sagte, dass „KI alles beschleunigen wird, einschließlich unsere Fehler“. Das sind keine apokalyptischen Prophezeiungen, sondern nüchterne Beobachtungen, die niemand ignorieren kann, weder die West-Universität Temeswar noch die akademische Landschaft Temeswars.
Das ist die Ebene der Grundsatzerklärungen. Was bedeutet das konkret für die UVT und, im weiteren Sinne, für das gesamte universitäre Umfeld der Stadt? Zunächst einmal bin ich überzeugt, dass wir uns den Luxus der Neutralität nicht leisten können. Wir tun alles, was in unserer Macht steht, durch Webinare, Fortbildungsworkshops, kontinuierlichen Austausch mit der nationalen akademischen Gemeinschaft und mit unserer Diaspora, damit unsere Studierenden und Lehrenden nicht zu reinen Bedienern automatisch generierter Inhalte werden. Es ist längst offensichtlich, dass die Rolle unserer Kollegen eher wächst: Sie müssen Lernkontexte schaffen, die kritisches Denken fördern, die richtigen Fragen stellen und Räume für tiefes Nachdenken schützen. Und hier sehen wir einen fundamentalen Wandel: Der Studierende darf nicht länger passiver Empfänger sein. Er muss als Partner betrachtet werden. Als ein Mitgestalter. Das ist die Welt, in der wir leben, alles ist nur noch einen Klick entfernt. Der Wert liegt nicht mehr in der bloßen Wissensvermittlung, sondern in der gemeinsamen Konstruktion von Bedeutung und Verständnis.
Das heißt auch, dass wir unsere Studierenden konsequent an den Entscheidungstisch einladen müssen. Sie sollen uns sagen, was funktioniert, was verbessert werden kann, wie sie tatsächlich mit diesen neuen Werkzeugen lernen. Wir können eine Realität nicht kontrollieren, die wir nicht verstehen, und oft verstehen die Studenten sie besser als wir.
Die eigentliche Frage lautet also: Wie schnell und wie klug werden sich unsere Universitäten an diese neue Realität anpassen? In diesem Adaptionsprozess bin ich überzeugt, dass die Hochschulen in Temeswar die „Ziele für nachhaltige Entwicklung“ ausdrücklich in ihre Mission und Praxis integrieren sollten und KI als ein Werkzeug begreifen, das bereits existiert und dazu da ist, unser Leben leichter und besser zu machen, nicht nur für uns, sondern auch für künftige Generationen und für den Planeten selbst. Das bedeutet eine ganzheitliche akademische Entwicklung auf allen Ebenen: von der Effizienzsteigerung administrativer und finanzieller Prozesse bis hin zum Einsatz von KI-Systemen für anspruchsvolle Forschung, beispielsweise bei komplexen Analysen wie die der Modellierung und Optimierung von Kristallwachstumsprozessen oder anderen hochentwickelten wissenschaftlichen Fragestellungen.
Um auf Ihre Frage zurückzukommen, wie KI die Bildung an der UVT in den kommenden fünf bis zehn Jahren beeinflussen wird: Ich sage es Ihnen ganz offen, ich weiß es nicht. Voraussagen zu treffen, während sich die Technologie so schnell entwickelt, dass das, was heute gilt, morgen schon überholt sein kann, wäre schlicht unverantwortlich. Aber ich hoffe und wir arbeiten an der UVT aktiv daran, dass wir als Institution reif, verantwortungsbewusst und klar genug handeln, um nicht gegen die Strömung zu schwimmen, sondern ständig auf der Welle zu bleiben und ihre gewaltige Energie zu nutzen. Wir müssen wissen, wann wir übernehmen, wann wir anpassen und wann wir ablehnen. Wir müssen diejenigen bleiben, die die Richtung bestimmen, nicht diejenigen, die ihr passiv folgen.
Wenn es uns gelingt, KI nicht als eine intellektuelle Abkürzung zu nutzen, sondern als einen Katalysator für hochwertige, inklusive und nachhaltige Bildung, dann kann KI zu einem wichtigen Wettbewerbsvorteil werden. Je schneller wir uns dieser neuen Welt anschließen, desto größer sind die Chancen, Temeswar zu einem noch relevanteren Hochschulzentrum zu machen. Und aus meiner Sicht bedeutet ein relevantes Hochschulzentrum vor allem dies: Es muss talentierte junge Menschen anziehen, starke Partnerschaften zwischen Universität, Zivilgesellschaft und Industrie entwickeln, etwa mit lokalen Unternehmen aus den Bereichen IT, Automobilindustrie oder Energiesektor, es muss Spin-offs und Start-ups in Bereichen wie Healthtech, Edtech, Fintech oder den kreativen Industrien hervorbringen und seine internationale Sichtbarkeit stärken, als ein Ort, an dem man KI als leistungsfähiges und verantwortungsvolles Werkzeug studieren und erforschen kann.
Cosmin Popescu
Die künstliche Intelligenz wird die Universitäten tiefgreifend verändern und beeinflussen, wie sie ihren Bildungs-, Forschungs-, Innovations- und Technologietransferauftrag erfüllen. Ich bin der Ansicht, dass der Einsatz von KI im Hochschulbereich heute nicht mehr ignoriert werden kann, einschließlich aller Implikationen, die sich daraus ergeben. Dieses außergewöhnliche Instrument besitzt ein enormes Potenzial, und die größte Herausforderung besteht derzeit darin, geeignete Wege zu finden, es sinnvoll in Lehr- und Lernprozesse zu integrieren.
Die Universität „König Michael I.“ in Temeswar hat bereits begonnen, das Curriculum entsprechend anzupassen: Einerseits wurden neue Lehrveranstaltungen in die Studienpläne aufgenommen, die sich direkt mit künstlicher Intelligenz beschäftigen, andererseits wurden neue Studienprogramme gestartet – etwa Präzisionshortikultur und Künstliche Intelligenz oder Nachhaltige Landwirtschaft durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz.
Parallel dazu hat die USVT Digitalisierungsprogramme für den gesamten Hochschulbereich eingeführt und weiterentwickelt, um die notwendige logistische und infrastrukturelle Grundlage für den Einsatz moderner Informationstechnologien zu schaffen.
Mit Unterstützung der Excelsior Alumni Foundation – der Stiftung unserer Universität – wurde zudem das Projekt "LearnX Lab“ realisiert: ein hochmodernes Labor für künstliche Intelligenz und Extended Reality, das geschaffen wurde, um die Art und Weise zu ändern, wie Studierende lernen und Lehrende lehren und zusammenarbeiten. Das Labor befindet sich im fünften Stock der Fakultät für Agrarwissenschaften und bietet eine völlig neue Lernumgebung im Vergleich zu einem traditionellen Labor: sechs Workstations, zwei flexibel nutzbare Bereiche, die durch mobile Wände getrennt werden können, smarte Displays und eine digital ausgelegte Infrastruktur, die auf Erkundung und Kreativität ausgerichtet ist.
Ein zentrales Element des Labors ist der USVT AI Assistant, ein speziell für die Universität entwickelter Bildungs-Chatbot. Die Lehrenden laden ihre Kursmaterialien in die Anwendung hoch, und die Studierenden erhalten klare, verständliche und ihrem Niveau angepasste Erklärungen, jederzeit und unabhängig vom Ort.
Gleichzeitig ermöglicht die Komponente der Virtuellen und Erweiterten Realität (VR/XR) den Studierenden, Räume zu betreten, die sonst unzugänglich wären: Sie können 3D-Modelle erkunden, biologische Strukturen betrachten, die im Alltag unsichtbar bleiben, und visuelle Erfahrungen machen, die abstraktes Wissen in konkrete Erkenntnis verwandeln. Das Labor ist mit zwölf MetaQuest-3-Headsets ausgestattet, die sowohl für bestehende Bildungsinhalte als auch für zukünftige, eigens entwickelte Materialien bereitstehen.
LearnX Lab wurde zunächst mit einer Pilotgruppe von acht Lehrenden und 24 Studierenden getestet, die zur Verfeinerung des Systems beitrugen und in ihren Abschlussprojekten das tatsächliche Potenzial dieser integrierten Technologien demonstrierten. Im Kern ist LearnX Lab ein Raum, in dem Bildung interaktiv, intuitiv und praxisnah wird, ein Ort, an dem die Zukunft bereits begonnen hat.








