Bukarest (ADZ) – Angesichts der drohenden Regierungskrise ist Staatspräsident Nicușor Dan in diesen Tagen um Deeskalation bemüht. Medienberichten zufolge setzt das Staatsoberhaupt vor allem auf Einzelverhandlungen mit den Koalitionsspitzen – ein knapp einstündiges Telefonat mit Regierungs- und PNL-Chef Ilie Bolojan stieg bereits zu Wochenbeginn, weitere Unterredungen, allen voran mit PSD-Chef Sorin Grindeanu, sollen folgen. Ein angeblich am Mittwoch gestiegenes Vier-Augen-Gespräch zwischen dem Staatschef und dem PSD-Vorsitzenden dementierte letzterer allerdings.
Dafür stellte Grindeanu in einem Pressestatement klar, dass der Koalitionsbruch aus Sicht seiner Partei bereits beschlossene Sache ist – seine bisherigen Gespräche mit den PSD-Verbänden im Land hätten ergeben, dass die Parteibasis sich weigere, so wie bisher weiterzumachen. Der PSD-Chef ließ zudem erstmals durchblicken, dass seine Partei willens sei, den Regierungschef noch vor der beschlossenen Rochade an der Regierungsspitze vom kommenden Frühjahr zu stellen.
Angestoßen werden dürfte das Koalitionsaus gleich nach dem am 20. April steigenden internen Referendum der PSD – aller Wahrscheinlichkeit durch den Rücktritt der PSD-Minister aus der Koalitionsregierung. Laut Medien hoffen die Sozialdemokraten, nach dem Sturz des Kabinetts Bolojan weitgehend mit den gleichen Koalitionspartnern, eventuell minus der USR, weitermachen zu können – dabei bauen sie auf die Unterstützung des der PSD nahestehenden PNL-Flügels um den Ilfover Kreisratschef Hubert Thuma. Insofern die PSD noch geneigt sein wird, das Amt des Regierungschefs einem Liberalen zu überlassen, haben vor allem Innenminister Cătălin Predoiu und Finanzminister Alexandru Nazare gute Aussichten auf das Amt.





