Gesundheitsminister Rogobete für Verhandlungen mit Pfizer in den USA

Rumänien will statt Covid-19-Impfstoffen innovative Medikamente kaufen

Gesundheitsminister Alexandru Rogobete | Archivfoto: gov.ro

Washington/Bukarest (ADZ) – Gesundheitsminister Alexandru Rogobete (PSD) weilt diese Tage zwecks Verhandlungen mit mehreren US-Pharma-Konzernen, darunter Pfizer, sowie mit der Weltbank in den USA, wo er versuchen will, die in puncto Covid-19-Impfstoffdosen erlittene Mega-Schlappe des rumänischen Staates einigermaßen abzumildern. Nachdem ein belgisches Gericht Rumänien jüngst erstinstanzlich verurteilt hatte, die von Pfizer und BioNTech hergestellten Covid-19-Impfstoffe vertragsgemäß abzunehmen und zu bezahlen, ist Rogobete nun bemüht, mit Pfizer eine für unser Land etwas günstigere Lösung auszuhandeln – konkret will der Gesundheitsminister die laut Urteilsspruch dem US-Pharma-Konzern zustehende Zahlung in Höhe von 600 Millionen Euro nicht auf weitere Covid-19-Impfstoffdosen aufwenden, sondern von Pfizer stattdessen innovative Medikamente beziehen, etwa für zielgerichtete Krebstherapien sowie zur Behandlung seltener Krankheiten. Ob Pfizer gewillt sein wird, auf dieses Angebot der Behörden in Bukarest einzugehen bzw. Rumänien statt Covid-19-Impfstoffdosen innovative Medikamente zu liefern, bleibt abzuwarten. Pfizer hatte Rumänien und Polen 2023 vor einem belgischen Gericht verklagt und die Durchsetzung der Bestimmungen des Vertrags zwischen der EU-Kommission und den beiden Pharma-Konzernen Pfizer und BionNTech gefordert. Besagter Vertrag sieht die Lieferung einer bestimmten Anzahl von Impfstoffdosen über etliche Jahre vor.

Auf dem Programm des rumänischen Gesundheitsministers standen am Mittwoch Treffen mit Vertretern des Pharma-Konzerns Pfizer sowie des auf Forschung und Entwicklung spezialisierten US-Pharmaunternehmens Eli Lilly. Für Donnerstag ist sodann ein Gespräch mit Vertretern der Weltbank angesetzt.