Bukarest (ADZ) – Die Personalvorschläge von Justizminister Radu Marinescu (PSD) für die neuen Leitungen der Generalstaatsanwaltschaft, Antikorruptionsbehörde DNA und Antimafiastaatsanwaltschaft DIICOT sorgen allgemein für Entsetzen – Marinescu schlug nämlich ausschließlich Staatsanwälte vor, die den Kampf gegen die Korruption längst verloren bzw. aufgegeben haben und sich teils sogar den Vorwurf gefallen lassen müssen, Kriminellen de facto geholfen zu haben, den rechtlichen Konsequenzen ihrer Taten zu entgehen.
Marinescus Personalvorschläge seien „ein Riesenfehler sowie eine vertane Chance“ und würden unter Beweis stellen, dass der Justizminister „für die Erwartungen der Gesellschaft in puncto einer sauberen Justiz nichts als Verachtung übrig“ habe, schrieb dessen Amtsvorgänger Stelian Ion (USR) bei Facebook. Es sei schändlich, dass der Minister auf eine Art Rochade an der Spitze der Staatsanwaltschaften setzen wolle, indem er die allseits kritisierten Noch-Chefermittler Alex Florența und Marius Voineag als künftige Stellvertreter vorgeschlagen habe, und traurig, dass hochumstrittene Dezernenten wie Cristina Chiriac, die sich den Vorwurf der Unterdrückung von Beweismitteln zugunsten eines Vergewaltigers gefallen lassen müsse, nun als Generalstaatsanwältin im Gespräch sei, schrieb Ion.
Auch die bekannsteste Plagiatsjägerin des Landes, Emilia Șercan, warf Justizminister Marinescu vor, für die Chefermittler-Posten „Staatsanwälte nominiert zu haben, die auf den Schutz von Kriminellen, nicht auf deren Anklage spezialisiert sind“.
Letzte Hoffnung des reformorientierten Teils der Gesellschaft ist folglich Staatspräsident Nicușor Dan, der die Personalvorschläge des Justizministers ein einziges Mal begründet ablehnen kann.





