Iran-Krieg: Rumänien erlaubt den USA Nutzung zweier Luftwaffenstützpunkte

Pentagon will Tankflugzeuge, Radargeräte und Truppen vor Ort entsenden

Skandal im Plenum des Parlaments: Bei der Abstimmung des Ansuchens des Obersten Verteidigungsrats zur Stationierung US-amerikanischer Flugzeuge und Technik auf der Luftwaffenbasis Kogălniceanu im Zusammenhang mit dem Einsatz im Nahen Osten protestierte die Opposition lautstark mit Buhrufen und Vuvuzelas, so dass der Präsident der Abgeordnetenkammer die Diskussionen abbrechen musste und gleich zur Abstimmung schreiten ließ. | Foto: Inquam Photos / Mălina Norocea

Bukarest (ADZ) – Der Oberste Verteidigungsrat (CSAT) hat am Mittwoch in einer Dringlichkeitssitzung die Nutzung des größten Luftwaffenstützpunktes des Landes, Mihail Kogălniceanu, sowie der Airbase Câmpia Turzii durch den strategischen Partner USA für dessen Einsätze gegen den Iran genehmigt. Staatspräsident Nicușor Dan, der die Sitzung einberufen hatte, nachdem in Bukarest ein Antrag des Pentagon auf Nutzung besagter Militärbasen eingegangen war, teilte im Anschluss mit, dass die USA vorübergehend bzw. für drei Monate „nonkinetische defensive militärische Geräte“ in Rumänien stationieren wollen – dabei handele es sich um Militärflugzeuge zur Luftbetankung, Radar- und Satellitenkommunikationsanlagen sowie um bis zu 500 Soldaten zu deren Bedienung und Schutz. Die USA hatten die Airbase Kogălniceanu schon letzten Juni für ihre Luftangriffe auf iranische Atomanlagen genutzt.

Da die Nutzung heimischer Militärbasen durch Verbündete neben der Zustimmung des CSAT auch jener der Legislative bedarf, billigte das Parlament den Antrag der USA noch am gleichen Nachmittag in einer Plenumssitzung – und zwar unter lautstarkem Protest der ultrarechten Opposition.

Altpräsident Traian Băsescu kommentierte die jüngsten Ereignisse in gewohnt offener Manier: US-Präsident Donald Trump habe wohl festgestellt, dass er Rumänien doch noch brauche, nachdem er 2025 zur Freude seines Kumpels Wladimir Putin einen Teil der auf der Airbase Kogălniceanu stationierten US-Soldaten demonstrativ abgezogen und sein Vize J. D. Vance davor in München unser Land regelrecht „abgewatscht“ habe. Nichtsdestotrotz müsse Rumänien dem Antrag stattgeben – „nicht etwa Trump, sondern unserem Verbündeten, den USA, zuliebe“, schrieb Băsescu bei Facebook.