Koalitionsverbleib oder -aus: Grindeanu besucht PSD-Verbände

PSD-Chef schwärzte Liberale in Brüssel an

EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola hat nach dem Gespräch mit PSD-Chef Sorin Grindeanu auf X gepostet, sie habe ihm gegenüber „die Notwendigkeit von Stabilität und Einigkeit“ im Bemühen, gemeinsam ein „besseres Europa“ zu schaffen, unterstrichen. Grindeanu erklärte daraufhin am Donnerstagabend: Er wolle „allen Rumänen vesichern“, sein Dialog mit den EU-Spitzenpolitikern habe nur der „Verteidigung der Interessen Rumäniens“ gedient.

Bukarest (ADZ) – PSD-Chef Sorin Grindeanu tourt seit Freitag durchs Land, um vor dem Hintergrund des internen Referendums über den Verbleib der Partei in der Koalitionsregierung unter Premierminister Ilie Bolojan (PNL) auch die Meinung der PSD-Verbände dazu einzuholen. Grindeanu wurde zunächst in der Region Olt zu Besuch erwartet, im Anschluss wollte er die Regionen Süd (Dâmbovița), Südost (Brăila), Nordost (Bacău), Zentrum (Kronstadt) sowie den PSD-Verband Bukarest besuchen. Nach dem orthodoxen Osterfest will der PSD-Chef sodann die Regionen Nordwest (Maramuresch) und West (Temeswar) bereisen. Tags davor hatte Grindeanu in Brüssel nach eigenen Angaben im Gespräch mit der Präsidentin des EU-Parlaments, Roberta Metsola, behauptet, die Liberalen würden eine Annäherung an die oppositionelle rechtspopulistische AUR anstreben, was die PSD zutiefst beunruhige. De facto waren jedoch just die Sozialdemokraten diejenigen gewesen, die erst letzte Woche versucht hatten, Zusatzanträge zum Haushaltsplan 2026 mithilfe der AUR im Parlament durchzuboxen. Metsola hob anschließend auf der Social Media-Plattform X hervor, Grindeanu die Notwendigkeit politischer Stabilität erläutert zu haben.

Die AUR-Spitze reagierte prompt auf Grindeanus Kolportagen: Die Sozialdemokraten seien offenkundig derart nervös, dass sie bereits Dinge erfinden würden, sagte AUR-Chef George Simion, während Petrișor Peiu, die Nummer 2 in der Partei, seinerseits klarstellte, dass die AUR zurzeit „weder mit der PSD noch mit der PNL“ verhandele. Nach wie vor sei man entschlossen, bis zur nächsten Allgemeinwahl mit niemandem zu koalieren, da man vorgezogene Neuwahlen anstrebe. Mit derlei Kolportagen versuche die PSD bloß, ihren eigenen Kampf gegen die Liberalen zu rechtfertigen, sagte Peiu.