Bukarest (ADZ) – Der liberale Senatspräsident Mircea Abrudean hat die Sozialdemokraten in die Schranken gewiesen, nachdem PSD-Chef Sorin Grindeanu in den letzten Tagen bekannt gegeben hatte, das interne Referendum über den Verbleib der PSD in der Koalition um eine weitere Frage ausweiten zu wollen – nämlich, ob die PSD weiter in einer Koalitionsregierung mit Ilie Bolojan (PNL) als Premierminister bleiben wolle oder statt seiner lieber einen anderen liberalen Regierungschef vorziehen würde. In einer Facebook-Umfrage hatte Grindeanu zudem von seinen Anhängern wissen wollen, ob Bolojan „gleich nach Verabschiedung des Haushaltsgesetzes 2026 entlassen“ werden sollte oder nicht.
Die PSD bestimme keineswegs, wen die Liberalen als Regierungschef aufstellen und unterstützen, konterte Abrudean prompt. Bolojan habe vor kaum drei Wochen eine interne Vertrauensabstimmung haushoch bzw. mit 47 Für- zu drei Gegenstimmen gewonnen, die Partei stehe geschlossen sowohl hinter ihm als auch hinter dem Regierungsprogramm seines Kabinetts, betonte Abrudean. Ausdrücklich rügte der Senatspräsident dabei auch das fortwährende „politische Gedöns“ der PSD – in Krisenzeiten wie diesen sei es eindeutig „zu laut“.
Viel scheinen dem PSD-Chef seine Dauerattacken auf den Premierminister allerdings nicht gebracht zu haben: Einem am Dienstag vom Meinungsforschungsinstitut INSCOP veröffentlichten Vertrauensranking der Spitzenpolitiker zufolge liegt Regierungs- und PNL-Chef Ilie Bolojan mit 26,1 Prozent immerhin auf Platz 3, während PSD-Chef Grindeanu mit kaum 12 Prozent den vorletzten Platz des Vertrauensindex belegt. Das höchste Vertrauen genießt zurzeit laut INSCOP-Erhebung AUR-Chef George Simion (34,3 Prozent), gefolgt von Staatspräsident Nicușor Dan (27,6 Prozent).





