Bukarest (ADZ) – Bei den Liberalen jagt im Kontext der aktuellen Regierungskrise eine Dringlichkeitssitzung die andere: Die erweiterte PNL-Führung verabschiedete am Dienstag eine zweite Resolution, die vorsieht, dass man keine weitere Koalition mit der PSD nach deren „unverantwortlichem Verhalten“ eingehen werde. Man stehe geschlossen hinter Regierungs- und Parteichef Ilie Bolojan, hieß es weiter in der Entschließung, die selbst von Bolojans internen Gegnern wie der Ilfover Kreisratschef Hubert Thuma mitgetragen wurde.
Der Premier selbst teilte nach der Sitzung mit, mit den verbliebenen Koalitionspartnern bzw. der Reformpartei USR, dem UDMR und der Minderheiten-Fraktion Gespräche führen zu wollen, um zu eruieren, ob eine Minderheitsregierung unter den gegebenen Umständen eine Lösung darstellen könne.
Am Vorabend hatte Bolojan den PNL-Vorstand in einem ersten Dringlichkeitstreffen über die Entwicklungen, die zur Regierungskrise geführt hatten, informiert: Wegen der stetig sinkenden Umfragewerte der PSD habe deren Führung beschlossen, sich „ein Oppositionsprofil“ zuzulegen und entweder die Koalitionsbeschlüsse zu untergraben oder sich vor jeglicher Verantwortung zu drücken, so der Premier. Die PSD habe dadurch ihre Wählerschaft zurückgewinnen wollen, was ihr aller-dings nicht gelungen sei, da sie, sämtlichen hausinternen Umfragen zufolge, bei „unter 20 Prozent“ liege.
Bolojan warnte zudem, dass die PSD für das Wahljahr 2028 eine hörige PNL wünsche und alles daran setzen werde, um die Liberalen möglichst zu schwächen. Der PNL-Chef hob des Weiteren hervor, kein Problem damit zu haben, seine politische Karriere dem Land oder seiner Partei zuliebe zu beenden – doch sei er nicht gewillt, dies auf Geheiß der PSD zu tun.





