Bukarest (ADZ) – Ein am Wochenende gestiegener Austausch zwischen Staatspräsident Nicușor Dan und den Spitzen der PSD, PNL, USR, des UDMR sowie der Minderheiten-Fraktion hat keine Fortschritte in puncto Beilegung der Regierungskrise gebracht: Medienberichten zufolge stieg das Treffen auf Schloss Cotroceni in äußerst hitziger Atmosphäre, wobei Präsident Dan erbost darüber schien, dass PNL, USR und der UMDR ihm in der Person des liberalen EU-Abgeordneten Siegfried Mureșan einen Kandidaten des bürgerlichen Lagers für das Amt des Regierungschefs vorgeschlagen hatten. Das Gespräch endete erneut mit einem Patt, wonach der Staatschef den Liberalen in einem Facebook-Posting Wortbrüchigkeit vorwarf – noch letzte Tage hätten sie sich bereit erklärt, eine Minderheitsregierung mit PSD-Chef Sorin Grindeanu als Premier zu dulden.
Mit seinem Posting hielt das Staatsoberhaupt abermals der PSD die Stange. Die PNL hatte nämlich letzten Dienstag zwar die Duldung einer Minderheitsregierung der PSD in Betracht gezogen, allerdings basierend auf einer politischen Vereinbarung mit klaren Auflagen bezüglich Reformen und Defizitabbau, die die PSD indes ablehnt – man lasse sich keine Vorschriften machen, hatte PSD-Chef Grindeanu verlautbart.
Infolge der präsidialen Schelte stellte PNL-Chef Ilie Bolojan bei Facebook klar, dass seine Partei nicht gewillt sei, Grindeanu und der PSD einen „Blankoscheck“ auszustellen. Seinerseits betonte der liberale Anwärter auf das Amt des Regierungschefs, Siegfried Mureșan, dass seine Partei zu keinem Zeitpunkt die bedingungslose Duldung einer PSD-Minderheitsregierung versprochen habe.
Da die Fronten zurzeit noch mehr verhärtet sind, bleibt unklar, wann der Staatschef den Regierungsauftrag nun aufs Neue vergeben könnte.





