Bukarest (ADZ) – Die PSD scheint entschlossen, gleich nach Verabschiedung des Haushaltsgesetzes 2026 den Abgang von Regierungschef Ilie Bolojan (PNL) und des Koalitionspartners USR zu forcieren. Der PSD-Abgeordnete und frühere Verteidigungsminister Mihai Fifor bekräftigte am Wochenende bei Facebook, dass „der Brems-Premier gehen“ müsse – Bolojan bremse de facto die Entwicklung des Landes aus. Dessen einzige Leistung sei „ein großes Minus – minus bei Wirtschaftswachstum, minus bei Investitionen, minus bei der Kaufkraft der Bürger, minus in puncto Vertrauen und Stabilität“, so Fifors Fazit.
Noch ist unklar, wie die PSD Bolojan sowie den reformorientierten und daher unliebsamen Koalitionspartner USR loswerden will – denkbar wären sowohl ein geschlossener Rückzug der PSD-Minister aus dem Kabinett, um den Abgang der gesamten Regierung sowie des Premiers zu bewirken, als auch ein Misstrauensantrag gegen die eigene Regierung nach dem Vorbild aus dem Jahr 2017, als der damalige PSD-Chef Liviu Dragnea das Kabinett Grindeanu per Misstrauensvotum gestürzt hatte. Eine dritte Möglichkeit wäre ein Rücktritt des Premierministers auf Druck von Staatspräsident Nicușor Dan hin.
Dem Nachrichtenportal Hotnews sagte ein PSD-Verbandschef, der ungenannt bleiben wollte, dass der Fahrplan seiner Partei zum Sturz von Regierungschef Bolojan seiner Meinung nach bereits feststehe, selbst wenn dieser auf Parteiebene noch weitgehend unbekannt sei. Der PSD schwebe dabei keineswegs der Gang in die Opposition vor, sondern eine künftige Mehrheit bestehend aus PSD, PNL, UDMR und der Minderheiten-Fraktion zuzüglich eines anderen liberalen Premierministers, der sich bis zur Rochade an der Regierungsspitze vom kommenden Jahr „flexibler“ als Ilie Bolojan zu erweisen habe.





