„Tiefe Wunde in der Geschichte“

Rumänien und Israel gedenken Pogroms von Jassy

„Die Juden Rumäniens haben eine wesentliche Rolle bei der Gründung und Entwicklung des Staates Israel gespielt und stellen bis heute eine lebendige Brücke zwischen Rumänien und dem jüdischen Volk dar“, erklärte Israels Präsident Isaac Herzog auf der Gedenkveranstaltung in Jassy. Angesichts der Wiederaufflammung des Antisemitismus gebe es eine gemeinsame Verantwortung, Wahrheit, Erinnerung und Menschenwürde zu verteidigen, hieß es ferner. | Foto: Adrian Cuba / Agerpres Foto

Bukarest (ADZ) – Mehrere Gedenkveranstaltungen erinnern an das Pogrom von Jassy vor 85 Jahren, eines der schwersten Verbrechen des Holocausts im Land. Im Juni 1941 ermordeten rumänische Behörden und Soldaten mehr als 13.000 Juden in ihren Wohnungen, auf den Straßen der Stadt, im Hof der Polizeidirektion sowie in den berüchtigten „Todeszügen“. An den Gedenkfeierlichkeiten nahm auch der israelische Präsident Isaac Herzog teil.

Rumäniens Präsident Nicușor Dan erinnerte in einer Botschaft an die Opfer. Das Pogrom bleibe eine tiefe Wunde in der Geschichte und im nationalen Bewusstsein des Landes. Es sei eine verheerende Folge von Antisemitismus, Intoleranz und Hass gewesen. Das Gedenken gelte den Opfern, den Überlebenden und jenen, die den Mut hatten, Menschenleben zu retten. Die Erinnerung verpflichte dazu, die Werte von Menschlichkeit, Würde und friedlichem Zusammenleben jeden Tag zu verteidigen. Die Geschichte zeige, dass das Böse nicht mit extremer Gewalt seinen Anfang nehme, sondern mit der Hinnahme von Diskriminierung, Stereotypen und Ausgrenzung, so Präsident Nicușor Dan in seiner Botschaft. Der geschäftsführende Premier Ilie Bolojan erklärte, dass das Pogrom vor den Folgen von Hass, Intoleranz und Gleichgültigkeit warne.