USR will Scheinakademien abschaffen

Einrichtungen dienen als Kulisse für Postenschacher

Bukarest (ADZ) – Parlamentarier der USR haben sechs Gesetzentwürfe eingebracht, die die Auflösung von als irrelevant eingeschätzten wissenschaftlichen Einrichtungen vorsehen. Das kündigte USR-Senator Cristian Ghinea an. Betroffen sind die Akademie der Wissenschaften Rumäniens, das Levante-Institut, die Akademie für Medizinische Wissenschaften, das Rumänische Institut für Menschenrechte, die Akademie für Technische Wissenschaften, sowie das Institut für die Revolution von 1989.

Ghinea bezeichnete die Einrichtungen als „Scheinakademien“ ohne wissenschaftlichem Nutzen. Sie seien in den 1990er Jahren von politisch vernetzten Personen gegründet worden. Ein Großteil der Mittel fließe in Gehälter und Vergütungen. Forschung spiele kaum eine Rolle. Nach seinen Angaben kosten die Institutionen den Staat jährlich rund 27 Millionen Lei. Mit diesem Geld ließen sich etwa Schulmahlzeiten finanzieren, Sozialleistungen für tausende Familien sichern oder Dutzende Krankenwagen anschaffen. Die Initiative sei auch als politisches Signal gedacht. Teile der politischen Klasse hätten Einsparungen zugesagt, diese aber nicht umgesetzt, sagte Ghinea. Die Akademien waren oft als lukratives Abstellgleis für einst aktive Politiker dargestellt worden.