Viele wollen Wehrpflicht, weniger würden kämpfen

Umfrage nach vier Jahren Krieg an der Grenze

Vier Jahre russischer Angriffskrieg in der Ukraine: Am Sonntag hat eine friedliche Demonstration der ukrainischen Gemeinschaft in Bukarest stattgefunden, die mit einem Gedenkmoment vor der ukrainischen Botschaft begann und in einem Protestmarsch vor der russischen Botschaft endete. Die Demonstranten forderten ein Ende von Krieg und Gewalt, den Schutz menschlichen Lebens und einen gerechten, dauerhaften Frieden für die Ukraine. | Foto: Agerpres / Grigore Popescu

Bukarest (ADZ) – Zwei Drittel der Befragten in einer INSCOP-Erhebung sprechen sich für die Wiedereinführung der Wehrpflicht aus: 2015 lag der Wert noch bei unter 60 Prozent. Mehr als 30 Prozent lehnen den Pflichtdienst ab; sie kommen vor allem aus der Reihe der Anhänger von PSD, PNL und USR. Männer, 18- bis 44-Jährige, Hochschulabsolventen, Großstädter und Beschäftigte im Privatsektor sind meistens gegen die Wehrpflicht. Zustimmung kommt vor allem von AUR-Wählern, Menschen über 60 Jahren, Befragten mit niedriger Schulbildung und Bewohnern ländlicher Regionen. 

Im Fall eines Angriffs würden knapp 48 Prozent das Land verteidigen. Fast 20 Prozent würden auswandern. Einer von zehn würde sich verstecken, fast einer von zwanzig Befragten würde sich ein Attest zur Wehruntauglichkeit besorgen. 

Vier Jahre nach der Vollinvasion Russlands in die Ukraine halten mehr als 83 Prozent der Teilnehmer Rumänien für wenig oder gar nicht vorbereitet auf einen eventuellen Angriff Russlands. Nur rund 13 Prozent sehen das Land gut gerüstet. Am größten ist das Vertrauen unter PNL-Wählern und jungen Menschen.