Liebe Kronstädterinnen und Kronstädter,
in der Stadtratssitzung am 27. Februar 2026 standen Themen wie die Strategie der Zusammenarbeit mit den Partnerstädten, die Organisation des Marktbetriebs, öffentlicher Verkehr und Parkregelungen auf der Tagesordnung.
Städtepartnerschaften – mehr als ein Verwaltungsprogramm
Der Stadtrat behandelte ein neues Programm für die Zusammenarbeit mit Partnerstädten Kronstadts. Grundsätzlich sind solche Partnerschaften wertvoll: Sie ermöglichen kulturellen und administrativen Austausch, Bildungsprojekte und persönliche Begegnungen. Aus meiner Sicht fehlt dem Programm jedoch eine klare Strategie. Organisatorische Rahmenbedingungen sind zwar vorhanden, konkrete Prioritäten, Zielsetzungen oder messbare Kriterien werden aber nicht definiert. Damit droht es, primär als Instrument zur administrativen Abwicklung zu dienen, statt eine langfristige Vision für Kronstadts internationale Beziehungen zu entwickeln.
Viele Partnerschaften sind historisch gewachsen und durch das Engagement der Stadtgemeinschaften entstanden – insbeson-dere durch die deutschen, ungarischen, jüdischen und weiteren Gemeinschaften. Diese Netzwerke wurden bei der Planung des neuen Programms jedoch nicht einbezogen.
Der Beschluss wurde in der zuständigen Kommission für internationale Beziehungen und Partnerstädte, der ich ebenfalls angehöre, übergangen und damit nicht wie vorgesehen diskutiert. Trotz dieses Fehlers wollte der Bürgermeister den Punkt nicht von der Tagesordnung nehmen, um ihn noch einmal überarbeiten zu können.
Ich forderte daraufhin, dass im Beschluss eine gemischte Kommission aus Stadträten, Vertretern der Verwaltung und Angehörigen der Minderheiten aufgenommen wird, um eine Strategie mit Zielen und Prioritäten für die geplanten Aktivitäten zu erarbeiten. Auch dies lehnte der Bürgermeister ab. Anschließend legte ich mehrere Zusatzanträge vor, die insbesondere die Einbindung der deutschen Gemeinschaft und anderer kultureller Gruppen vorsahen, die Kronstadts Partnerschaften über die Jahre geprägt haben. Alle Vorschläge, die Beteiligung ermöglicht hätten, wurden von PSD, PNL, PMP und AUR abgelehnt.
Damit wurde praktisch jede Chance verwehrt, die Minderheiten Kronstadts unter der aktuellen Stadtführung aktiv in die internationale Zusammenarbeit einzubinden – obwohl sie diese Partnerschaften über Jahrhunderte getragen und gepflegt haben.
Stadtbäume und Sicherheit
Fachleute präsentierten den Zustand der Bäume unter der Zinne und im Gheorghe-Dima-Park (gegenüber des [agunalyzeums). Viele Bäume sind gesund, andere müssen gepflegt oder entfernt werden. Ursachen für Instabilität reichen von Fäulnis über Pilzbefall bis zu flachem Boden über Felsgestein und falscher Pflege. Im Gheorghe-Dima-Park sollen acht Bäume gefällt werden, unter der Zinne weitere 25.
Künftig sollen rund 2.000 Bäume inventarisiert und einzelne mit Sensoren überwacht werden, sodass Risiken rechtzeitig erkannt werden.
Ich habe einen Antrag gestellt, dass in Kronstadt ein umfassendes Baum-Management implementiert wird, das alle Etappen umfasst: von der Auswahl geeigneter
Arten und Standorte über Pflege und Schnitt bis zur kontinuierlichen Kontrolle – ein ganzheitlicher Ansatz für nachhaltige Begrünung.
Kontrollen im öffentlichen Verkehr und Parken
Der Stadtrat beschloss zudem, dass Kontrolleure des städtischen Verkehrsbetriebs RATBV künftig von der Lokalpolizei begleitet werden, um Fahrgäste ohne gültigen Fahrschein direkt zu sanktionieren. Die Einnahmen aus Fahrkarten decken derzeit nicht einmal 30 Prozent der Kosten des Betriebs.
Ein kurzfristiger Änderungsantrag verschärft zudem die Parkkontrollen ab dem 1. Mai: Die Lokalpolizei kann direkt Fahrer sanktionieren, die Parkgebühren nicht bezahlt haben, Bußgelder bleiben bis zu 1.000 Lei. Wer über das bezahlte Zeitfenster hinaus parkt, aber von guter Absicht ist, kann den Tagesbetrag nachzahlen. Ich habe gemeinsam mit den Kollegen der USR dagegen gestimmt, da der Änderungsantrag ohne vorherige Abstimmung in der zuständigen Kommission und ohne transparente Vorbereitung eingebracht wurde.
Organisation des Marktbetriebs
Diskutiert wurde auch die Änderung der Vergaberegeln für öffentliche Märkte: In den vergangenen Jahren erfolgte die Vergabe über verschlossene Angebote, nun sollte wieder auf offene Auktionen umgestellt werden. Unsere Allianz DFDR-USR sieht dies als Rückschritt; digitale und transparente Vergabeverfahren wären moderner. Schließlich einigte man sich darauf, dass eine Fachgruppe eine überarbeitete Lösung ausarbeitet.
Bleiben wir im Gespräch!
Als Ihre Stadträtin ist es mir wichtig, dass Ihre Anliegen gehört werden. Wenn Sie Vorschläge oder Themen haben, die zur Verbesserung Ihrer Lebensqualität in Kronstadt beitragen, melden Sie sich gerne bei mir.Wie immer stehe ich Ihnen für Fragen, Anregungen oder Anliegen jederzeit zur Verfügung:E-Mail: o.grigoriu@fdgrbv.ro | Telefon: 0728 449 179
Der Austausch mit Ihnen bildet die Grundlage meiner Arbeit im Stadtrat.
Olivia Grigoriu
Stadträtin in Kronstadt




