Die Gemeinde Krebsbach im Burzenland (rum. Crizbav, ung. Krizba) hat seit Kurzem ein offizielles Wappen, das durch den Regierungsbeschluss Nr. 11/14. Januar 2026, veröffentlicht im Staatsanzeiger (Monitorul Oficial) Nr. 46/21. Januar 2026, genehmigt wurde.
Krebsbach, nordwestlich von Heldsdorf (H˛lchiu) und westlich von Marienburg (Feldioara) gelegen, gehörte nicht zu den ehemals freien sächsischen Gemeinden des Burzenlandes, sondern war eine magyarische Siedlung, eine im 15. Jahrhundert der Törzburg, später Kronstadt untertänige Gemeinde. Die Bewohner waren ab 16. Jahrhundert evangelisch und gehörten bis 1886 dem sächsischen Kirchenverband an.
Durch die Verwaltungsreform vom Jahr 1968 verlor Krebsbach seine administrative Eigenständigkeit und wurde der Gemeinde Heldsdorf zugeordnet. Dieser Zustand dauerte bis zum Jahr 2002, als das rumänische Parlament, unter Berücksichtigung der Ergebnisse eines lokalen Referendums, das Gesetz über die Gründung der Gemeinde Krebsbach, Kreis Kronstadt, verabschiedet hat. Dieses Gesetz verfügte, dass der Gemeinde Krebsbach die Dörfer Krebsbach und Kutusch (Cutuș) angehören und dass deren Verwaltungssitz Krebsbach sein soll.
Laut Volkszählung vom Jahr 1992 (für die detailliertere Ergebnisse auf Ortsebene vorliegen als für die nachfolgenden Volkszählungen) hatte Krebsbach damals 1373 Einwohner, davon 626 Rumänen, 570 Magyaren, 170 Zigeuner („țigani“) und sieben Deutsche. Von der Konfession her erklärten sich 667 als griechisch-orthodox, 490 als Angehörige der Evangelisch-Lutherischen Synodal-Presbyterialen Kirche in Rumänien mit vorwiegend ungarischer Verkündigungssprache (die seit dem Jahr 2001 Evangelisch-Lutherische Kirche in Rumänien heißt), 24 als evangelisch A.B., 22 als römisch-katholisch, sechs als reformiert, drei als griechisch-katholisch, 158 als Angehörige von Freikirchen (vor allem Pfingstler, aber auch Baptisten und ein Adventist) und weitere drei ohne genaue Angabe.
Die zu Krebsbach gehörende Roma-Siedlung Kutusch zählte im Jahr 1992 insgesamt 525 Einwohner. Davon erklärten sich 524 als Rumänen und eine Person als Magyar bzw., unter konfessionellem Gesichtspunkt, 363 als griechisch-orthodox, 152 als Pfingstler, sechs als evangelisch-lutherisch und weitere vier ohne genaue Angabe.
Obwohl Krebsbach keine sächsische Siedlung war, gibt es im eingangs erwähnten Regierungsbeschluss über die Genehmigung des neuen offiziellen Ortswappens Berührungspunkte zur siebenbürgisch-sächsischen Geschichte und Kultur, worauf in diesem Beitrag hingewiesen werden soll.
Das Wappenschild des Krebsbacher Wappens in Form eines auf die Spitze gestellten gleichschenkligen Dreiecks mit abgerundeten Schenkeln wird durch eine nach unten gekehrte Gabelung in drei Felder gegliedert. Im rechten Feld („rechts“ nach den Regeln der Heraldik, aus der Perspektive des Wappenträgers betrachtet) erscheint auf blauem Grund und schwarzem Sockel die silberne Ruine eines Turmes. Laut Wappenbegründung (Anhang zum Regierungsbeschluss) ist damit das Baudenkmal der mittelalterlichen Heldenburg gemeint, die sich innerhalb der Gemarkung von Krebsbach befindet. Die Bezeichnung „Heldenburg“ wird in deutscher Sprache angeführt. Diese Burg, von der nur noch Reste des starken Torturmes existieren, liegt in einer Höhe von 1002 m über dem Meeresspiegel im Geisterwaldgebirge (Mun]ii Per{ani). Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1335. Vermutlich hatte die Heldenburg in früheren Jahrhunderten eine ähnliche Funktion zu erfüllen wie die Törzburg. Diese sorgte für die Sicherheit des Verkehrs auf der Handelsstraße zwischen dem Burzenland und der Walachei, während die Heldenburg dem Schutz des (über weite Strecken heute nicht mehr genau identifizierbaren) Verkehrsweges diente, der aus dem unteren Burzenland („Unterland“) über den Krizbaer Pass ins Altland führte.
Im linken Wappenfeld ist der nach rechts gekehrte schwarze Kopf eines Wildschweines mit silbernen Eckzähnen und roter Zunge zu sehen. Er symbolisiert den Reichtum an Jagdwild auf dem zur Gemeinde gehörenden Gebiet.
Das Wappenfeld, das sich an der Spitze des Wappenschildes befindet, zeigt laut Blasonierung (Wappenbeschreibung) im Anhang des oben genannten Regierungsbeschlusses auf rotem Feld ein goldenes Viehbrandzeichen, das aus einer schmalen rechteckigen Basis besteht, auf der ein nach oben hin offener Kreis ruht. Laut Wappenbegründung ist es ein stilisierter Krebs, der auf die deutsche Ortsbezeichnung Krebsbach Bezug nimmt.
Gekrönt wird das kürzlich genehmigte Wappen von Krebsbach durch eine Mauerkrone mit einem Turm, was dem Rang einer Gemeinde entspricht.






