Bahnstrecke Lugosch – Temeswar modernisiert

Bauarbeiten sind zu mehr als 74 Prozent fertig

Temeswar – Die Modernisierung der Bahnstrecke zwischen Lugosch/Lugoj und Temeswar Ost/Timișoara Est schreitet weiter voran. Nach Angaben der staatlichen Eisenbahngesellschaft CFR Infrastructură haben die Arbeiten auf dem rund 54 Kilometer langen Abschnitt inzwischen einen Fertigstellungsgrad von über 74 Prozent erreicht. Von der vorübergehenden Einstellung des Bahnverkehrs zwischen den beiden Städten profitiert derzeit vor allem die Baustelle, auf der die Arbeiten ohne Zugverkehr beschleunigt werden können.

Der Streckenabschnitt Lugosch – Temeswar Ost bildet das zweite Los des Großprojekts zur Modernisierung der Bahnverbindung Karansebesch – Temeswar – Arad. Die Bauarbeiten erstrecken sich über eine Länge von 53,91 Kilometern im Kreis Temesch/ Timiș.

Wie CFR Infrastructură mitteilte, umfassen die Arbeiten die Erneuerung der Eisenbahninfrastruktur und des Oberbaus, Eingriffe an Dämmen und Entwässerungssystemen sowie die Modernisierung von Signalanlagen, Weichen, Brücken, Durchlässen und Bahnsteigen. Darüber hinaus werden Bahnsteigüberdachungen errichtet und Maßnahmen zum Umweltschutz umgesetzt.

Ein erster Teilabschnitt bei Topolovățu Mare ist bereits fertiggestellt. Dort wurden rund zehn Kilometer modernisierte Strecke für den Zugverkehr freigegeben. Auf diesem Abschnitt verkehren die Züge bereits über die neue Infrastruktur.
Um die Bauarbeiten zu erleichtern, wurde der Zugverkehr zwischen Lugosch und Temeswar Anfang Juni eingestellt. Die Sperrung soll nach Angaben der Bahngesellschaft bis Ende August andauern. Während dieser Zeit werden Reisende auf Ersatzverbindungen umgeleitet.

Der Vertrag für die Modernisierung des Abschnitts Lugosch – Temeswar Ost wurde Ende November 2022 mit dem spanischen Bauunternehmen FCC Construcción unterzeichnet. Der Auftragswert beläuft sich auf rund 1,9 Milliarden Lei (ohne MwSt.). Vorgesehen waren sechs Monate für die Planung und 36 Monate für die Bauausführung.

Innerhalb des Gesamtprojekts Karansebesch – Temeswar – Arad gilt das zweite Los derzeit als der am weitesten fortgeschrittene Abschnitt. Die Arbeiten waren jedoch nicht frei von Kontroversen. Im Frühjahr hatten Historiker und Denkmalschützer gefordert, die Planungen anzupassen, um den Abriss mehrerer historischer Bahnhofsgebäude entlang der Strecke zu verhindern. Die Eisenbahngesellschaft argumentierte damals, Änderungen am Projekt seien in diesem Stadium nicht mehr möglich.

Mit dem Abschluss der Modernisierung sollen sich sowohl die Reisezeiten als auch die Sicherheit auf der Strecke verbessern. Geplant ist eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 160 Kilometern pro Stunde für Personenzüge und bis zu 120 Kilometern pro Stunde für Güterzüge. Zudem sollen mehrere Bahnhöfe und Haltepunkte entlang der Strecke modernisiert und an aktuelle technische Standards angepasst werden.