Der duale Schulcampus wird um 4,12 Millionen Lei teurer

… und zum vorgesehenen Termin nicht fertig / Reschitza ist auf der Suche nach alternativen Finanzierungsquellen

Reschitza – Auf der Mai-Tagung des Stadtrats Reschitza stand bei Tagesordnungspunkt 2 das Problem der Aufstockung der Kosten des Projekts „Bau des integrierten dualen Schulcampus ‘Banater Bergland/Banatul Montan’“ um rund 4,12 Millionen Lei. Wie gewöhnlich ging die Beschlussvorlage, die Vizebürgermeister Daniel Călin (PNL) den Mitgliedern des Stadtrats in die Tagungsmappen gelegt hatte, durch, allerdings trotz der sechs Gegenstimmen der PSD-Ratsmitglieder und der Stimmenthaltung der zwei AUR-Ratsherrn. Mit dem Votum wurden die ersten zwei Artikel des Stadtratsbeschlusses HCL Nr. 175/2025 abgeändert (betreffs Genehmigung des Budgets und der dazugehörigen Ausgaben des obenerwähnten Vorhabens).

Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich nun auf 126.725.212,07 Lei, die Mehrwertsteuer inklusive, und sind damit um genau 4.102.190,70 Lei teuerer als ursprünglich (das war 2025, am 9. April) vorgesehen. Gestiegen sind ausschließlich die von der Stadt zu schulternden Kosten, und zwar von 1,194.895,92 Lei auf 5.314.706,44 Lei – macht eine Aufstockung auf 4,119.810,52 Lei aus. Für diese zusätzlichen Ausgaben weigerten sich die PSD-Ratsmitglieder, die Verantwortung zu übernehmen, während die Ratsherrn der AUR sich der Stimme enthielten.

Vizebürgermeister Daniel Călin im Anschluss an die Tagung bei einem Kaffee: „Es handelt sich ausschließlich um die Verteuerung, die infolge der erhöhten Mehrwertsteuer aufgetreten ist. Die Differenz muss gedeckt werden und wir haben uns überlegt, dass dies am besten geschieht, wenn wir die Summe von `unwählbar` zu `wählbar` transferieren – aus dem einzigen Grund, dieses Geld nicht aus dem Stadthaushalt decken zu müssen. Das geschieht dann so, dass wir auf gewisse Teile aus dem Anfangsvorhaben, schweren Herzens, verzichten. Wahrscheinlich haben die PSD- Ratsmitglieder das nicht verstanden und haben es vorgezogen, dagegen zu stimmen. Ist schließlich ihre Entscheidung ... Ob sie die politisch getroffen haben, ob, um uns ein Schnippchen zu schlagen oder einfach, weil sie´s nicht kapiert haben – das entgeht meinem Verständnis.“

Schlimmer als diese Mehrkosten, die nun einmal unumgehbar sind, sind die Verspätungen im Ausführungsstadium des Vorhabens, die eine termingerechte Fertigstellung am 31. August (spätestens Januar 2027) bereits seit geraumer Zeit unmöglich scheinen lassen. Die Finanzierung des Projekts kommt vom Bildungsministerium über Mittel, die die EU durch das PNRR-Programm der rumänischen Regierung zur Verfügung stellt. Projektbetreiber sind die Stadt Reschitza – die sich am effektivsten und sichtbarsten darum bemüht – der Kreisrat Karasch-Severin (der, seit Silviu Hurduzeu mit seiner PSD an dessen Spitze steht, sich kaum drum bekümmert hat), die Reschitzaer Filiale der Klausenburger „Babeș-Bólyai“-Universität (der die wissenschaftliche Leitung zukommen wird und u.a. auch die Koordinierung von Theorie und Praktikum) sowie 19 Firmen, die am dualen Berufs- und Universitäts-Ausbildungssystem ein Interesse haben.

Das Vorhaben bekam im April 2024 sein Plazet vom Bildungsministerium und gleichzeitig die Zusicherung von rund 122,6 Millionen Lei Bau- und Ausstattungskosten aus dem PNRR-Programm. Erst im August 2024, dreieinhalb Monate nach dem Plazet, wird das Projekt ausgeschrieben. Im Februar 2025 – nach weiteren fünfeinhalb Monaten, während derer ein einziges Anbieterduo Interesse anmeldete (Constructim SA Temeswar als Projektleader und eine Chrom Design SRL) – bekommen die Interessenten den Zuschlag. Laut Vize Daniel Călin arbeiten jetzt beide Firmen „zügig“ und haben zahlreiche Leute auf der Baustelle, haben aber kaum eine Chance, den sehr eng gesetzten Fertigstellungstermin einzuhalten, allein schon deswegen, weil es im Bauwesen Zeitabläufe gibt, die nicht übersprungen werden können. Nun will man die Dinge zumindest soweit forcieren, dass bis zum 31. August die vier Gebäude des Reschitzaer dualen integrierten Schulcampus stehen. Der gegenwärtige Stand – C1 bei rund 70 Prozent, C2 bei rund 50 Prozent, C3 bei etwa 15-17 Prozent und C4 bei knapp 7-8 Prozent – zeigt, dass auch dieses Ziel höchstwahrscheinlich verfehlt wird. So hat sich Vizebürgermeister Daniel Călin anscheinend bereits damit abgefunden, dass ab dem 1. September dieses Jahres eine andere Finanzierungsquelle angezapft werden muss: „Wir sind im fortgeschrittenen Gesprächsstadium mit anderen potenziellen Finanzierern...“ Zum Trost derselbe Vize: „Die Fertigstellung des Vorhabens wird mit Bestimmtheit nicht mit Mitteln der Stadt geschehen müssen.“

Was man außerhalb des Baubetriebs mit dem vorhandenen Geld noch anfangen kann, hat die Stadt bereits gemacht: die Ausstattungen des Schulcampus sind bestellt und teils im voraus bezahlt worden. Sie werden, sobald sie eintreffen, entsprechend gelagert, bis sie zur Einrichtung kommen. Nur machen sie im Gesamtbudget des Vorhabens keine umwerfende Summe aus: rund 336.000 Lei, für das Technische Kollegium und für das Wirtschaftskollegium des Banater Berglands.