Hermannstadt - Gewisser-maßen eine zweifache Eröffnung erwartete das FITS-Publikum am Freitag, den 19. Juni: Das Internationale Theaterfestival von Hermannstadt, die Großveranstaltung, die alljährlich Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Welt anzieht, wartet in diesem Jahr mit 848 Veranstaltungen unter Beteiligung von 5000 Künstlerinnen und Künstlern aus 83 Ländern auf.
Den Auftakt dazu bildete zunächst die offizielle Eröffnungsveranstaltung mit Querflötenkonzert, zu dem sich geladene Gäste im Lichthof des Hermannstädter Rathauses versammelt hatten. Constantin Chiriac, Leiter des Internationalen Festivals von Hermannstadt und Astrid Fodor, Bürgermeisterin von Hermannstadt/Sibiu, eröffneten die Veranstaltung mit ihren Grußworten. Das Wort ergriffen zu diesem feierlichen Anlass außerdem die Präsidentschaftsberaterin Diana Punga, der Rektor der Lucian-Blaga-Universität Hermannstadt Sorin Radu, die Regisseure Luk Perceval und Silviu Purcărete sowie der Dirigent Cristian Măcelaru und der Rektor und Kommandant der Akademie der Landstreitkräfte „Nicolae Bălcescu“ in Hermannstadt, Dumitru Todosiuc. Der Regisseur Luk Perceval betonte in seiner Rede, besonders in dunklen Zeiten wie heute brauche es Menschen, die Herz und Seele teilen – über das Theater: „Was wäre die Welt ohne naiven Glauben und ohne naive Liebe, fragte er, an das Publikum gewandt.
Einer der wichtigsten Events am ersten Festivaltag war die Eröffnung der Ausstellung des in Kronstadt geborenen Künstlers Stefan Câlția: Dazu begab man sich an einen besonderen Ort: Eigens für diese Ausstellung und eine weitere des Denkmalpflegevereins „Ambulanța de monumente“ waren der Innenhof und die Ausstellungsräume des Ursulinenklosters in vielen Stunden Arbeit von eben jenem Verein hergerichtet worden. Ehrengäste waren außer dem beliebten Künstler Festivalleiter Constantin Chiriac, der Journalist und ehemalige Botschafter von Rumänien Emil Hurezeanu, die Leiterin des Brukenthalmuseums Raluca Teodorescu, die Kuratorin Livia Dan und der Regisseur Silviu Purcărete.
Der Künstler, der wirkte, als sei er gerade selbst einem seiner Gemälde mit seinen phantastischen Seelenwesen entstiegen, setzte an, indem er auf die Ausstellungsräume zeigte: Dort drüben sei er zu finden, so Câlția. Er hob zugleich die Arbeit der Freiwilligen des Vereins „Ambulanța de monumente“ hervor. Das Kloster sei durch den Verein nicht nur in den Fokus gerückt worden, sondern sei vor allem immer noch ein Teil der Hermannstädter lokalen Identität, so Câlția. Auch forderte er klar, das Projekt künftig weiterzuführen. Er wünsche sich, auch seine nächste Ausstellung hier auszurichten, aber auch, dass an diesem Ort vielleicht ein Kulturzentrum, ein Treffpunkt entstehen könnte: „Dieses Erbe hier gehört uns“, sagte er.
Abschließend übergab Präsidentschaftsberaterin Diana Punga im Namen des rumänischen Präsidenten die höchste Auszeichnung des rumänischen Staates an Stefan Câlția: Mit den Worten „Wir leben in einer Zeit, in der wir Vorbilder brauchen wie die Luft zum Atmen, weil wir sonst ersticken“, übergab die Vertreterin des rumänischen Präsidenten den Nationalorden im Rang eines Ritters.
Das beliebte Café „Nod“ hat noch bis 28. Juni ein Pop-Up-Café geöffnet.
Die Ausstellung „Transilvania Extravaganza“ ist noch bis 16. August im Ursulinenkloster zu sehen. Die Ausstellung des Vereins „Ambulan]a de monumente“ unter dem Titel „Ambulanța pentru monumente. 10 Ani.100 de monumente“ ist ebenfalls noch bis 16. August im Ursulinenkloster zu sehen. Von Stefan Câlția wird außerdem die Ausstellung „Capsula Extravaganza“ im Brukenthalmuseum präsentiert.

![Stefan Câl]ia erhielt in Anwesenheit der Ehrengäste die Auszeichnung Nationalorden im Rang eines Ritters im Innenhof des Ursulinenklosters.](/fileadmin/_processed_/0/3/csm_3_Extravaganza_Vernisaj-_C__9efaa9a44a.jpg)





