Temeswar – Die Stadtverwaltung von Temeswar/Timișoara erwägt, den Fahrradverkehr in der historischen Innenstadt erneut einzuschränken. Mehr als zehn Jahre nach den ersten entsprechenden Maßnahmen haben Gespräche mit Fahrradverbänden und Kurierdiensten begonnen, um eine Lösung zu finden, die sowohl den Bedürfnissen von Radfahrern als auch jenen der Fußgänger gerecht wird.
Vizebürgermeister Ruben Lațcău erklärte, dass das Radfahren in den zentralen Bereichen der Stadt in den vergangenen Jahren zunehmend zum Diskussionsthema geworden sei. Grund dafür sei die deutlich gestiegene Besucherzahl in der Innenstadt, insbesondere an Wochenenden. „Die Stadt hat sich verändert, sie ist dynamischer geworden. Die zentralen Plätze und Fußgängerzonen sind am Wochenende voll ausgelastet oder sogar überfüllt. Deshalb prüfen wir die Einrichtung spezieller Routen“, schrieb Ruben Lațcău auf Facebook. Nach Angaben des Vizebürgermeisters ginge es nicht darum, Fahrräder vollständig aus dem Zentrum zu verbannen. Vielmehr sollen Strecken geschaffen werden, die eine Durchquerung der Innenstadt ermöglichen, ohne mit Fußgängern in Konflikt zu geraten. „Wir verbannen das Fahrrad nicht aus dem Zentrum. Wenn die zentralen Plätze jedoch überfüllt sind, ist es auch für Radfahrer nicht angenehm, sich zwischen Hunderten von Fußgängern aller Altersgruppen zu bewegen. Spezielle Routen ermöglichen eine sichere Durchfahrt und reduzieren das Unfallrisiko“, betonte der Vizebürgermeister.
Die Debatte über den Radverkehr in der Innenstadt ist nicht neu. Bereits 2013 und 2017 hatte die damalige Stadtverwaltung unter Bürgermeister Nicolae Robu das Fahren mit Fahrrädern, Inlineskates und Rollern auf dem Siegesplatz, in der Alba-Iulia-Straße sowie auf weiteren Fußgängerachsen in der Innenstadt eingeschränkt. Als Begründung wurden damals zahlreiche Beschwerden von Fußgängern angeführt. Heute sind es vor allem die Fahrradkuriere, die viel zu schnell fahren und Passanten immer wieder zu Ausweichmanövern zwingen.





