Bukarest – Immer mehr Rumänen versuchen im Alltag, ihren Energieverbrauch durch einfache Maßnahmen zu senken. Das zeigt eine aktuelle soziologische Untersuchung, die für die Informationsplattform „despre-energie.ro“ durchgeführt wurde, ein Projekt der Unternehmen E.ON und Delgaz Grid. Demnach haben sich zahlreiche Gewohnheiten im Umgang mit Strom und Haushaltsgeräten innerhalb des vergangenen Jahres verändert.
Besonders deutlich wird der Trend beim Wäschewaschen. Mehr als 41 Prozent der Befragten gaben an, ihre Waschmaschine inzwischen überwiegend bei energiesparenden 30 Grad Celsius zu betreiben. Knapp 40 Prozent nutzen höhere Temperaturen von über 60 Grad nur noch für Bettwäsche oder stark verschmutzte Kleidung. Weitere 13 Prozent erklärten, dass sie bei mehr als der Hälfte ihrer Waschgänge weiterhin hohe Temperaturen wählen.
Nach Angaben der Studienautoren können Waschprogramme mit niedrigen Temperaturen den Energieverbrauch im Vergleich zu Standardprogrammen mit höheren Temperaturen um bis zu 50 bis 60 Prozent reduzieren. Auch bei der Trocknung der Wäsche zeigt sich ein ausgeprägtes Sparverhalten: Mehr als 80 Prozent der Befragten bevorzugen die natürliche Trocknung an der Luft oder nutzen diese überwiegend. Rund 14 Prozent kombinieren das Trocknen auf der Leine mit dem Einsatz eines Wäschetrockners.
Ein weiteres Einsparpotenzial sehen viele Haushalte bei der Beleuchtung. Fast drei Viertel der Befragten (74 Prozent) achten inzwischen bewusst darauf, das Licht in ungenutzten Räumen auszuschalten. Lediglich rund sieben Prozent lassen Lampen weiterhin eingeschaltet und begründen dies mit dem Einsatz energieeffizienter LED-Leuchtmittel. Weitere 5,5 Prozent geben an, das Licht brennen zu lassen, weil sie nur kurzzeitig den Raum verlassen.
Auch beim Umgang mit Ladegeräten hat sich das Verhalten verändert. Zwei Drittel der Befragten (66 Prozent) ziehen den Stecker von Handy- oder Laptop-Ladegeräten unmittelbar nach Abschluss des Ladevorgangs aus der Steckdose. Dennoch räumen 17,7 Prozent ein, die Ladegeräte dauerhaft eingesteckt zu lassen.
Die Untersuchung zeigt zudem ein starkes Interesse an energieeffizienten Haushaltsgeräten. Acht von zehn Befragten würden nach eigenen Angaben ältere Geräte gerne durch moderne Modelle mit geringerem Energieverbrauch ersetzen. Bei der Kaufentscheidung spielt die Energieeffizienz eine wichtige Rolle: Rund 45 Prozent achten vorrangig auf das Energielabel eines Geräts. Weitere 47 Prozent berücksichtigen die Energiekennzeichnung gemeinsam mit anderen technischen Merkmalen. Für etwas mehr als acht Prozent der Befragten hat die Energieeffizienz hingegen nur eine geringe oder gar keine Bedeutung.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Energiesparen für viele Haushalte inzwischen Teil des Alltags geworden ist. Dabei setzen die Verbraucher vor allem auf Maßnahmen, die ohne größere Investitionen umgesetzt werden können – vom bewussten Umgang mit Beleuchtung über das Waschen bei niedrigeren Temperaturen bis hin zum Verzicht auf unnötigen Stand-by-Verbrauch.
Die Studie wurde vom Unternehmen „Sondaje Marketing Relații Publice“ im Auftrag der Plattform „despre-energie.ro“ zwischen dem 21. und 29. April dieses Jahres durchgeführt. Befragt wurden 1029 Internetnutzer. Die Fehlermarge liegt bei plus/minus drei Prozent. Nach Angaben der Auftraggeber gilt die Erhebung als repräsentativ für die erwachsene Bevölkerung Rumäniens, wobei die Einschränkungen einer ausschließlich online durchgeführten Befragung berücksichtigt werden müssen.




