Phoenix-Mitglied Valeriu Sepi gestorben

Der frühere Bandkollege von Nicu Covaci wurde 80 Jahre alt

Temeswar – Der Künstler und Musiker Valeriu Sepi, eine der prägenden Persönlichkeiten der legendären rumänischen Rockband Phoenix, ist am vergangenen Freitag im Alter von 80 Jahren verstorben.

Die traurige Nachricht wurde von Dorel Săndesc, dem Leiter des Temescher Kreiskrankenhauses, bekannt gegeben. In seiner Abschiedsbotschaft würdigte Săndesc den Verstorbenen als „eine Kraft der Natur und der Kunst“, als engen Freund von Bandgründer Nicu Covaci sowie als international anerkannten bildenden Künstler und Weltenbummler.

Valeriu (Vali) Sepi war nicht nur Schlagzeuger und Perkussionist, sondern auch maßgeblich für das visuelle Erscheinungsbild der Band verantwortlich. In den 1970er-Jahren prägte er als Bühnenbildner, Grafiker und Instrumentenbauer die einzigartige Identität von Phoenix. Besonders bekannt wurde er durch die Entwicklung ungewöhnlicher Percussion-Instrumente, darunter die berühmte „Holzziege“, die zum Symbol der Ethno-Rock-Phase der Band wurde. Diese kreativen Beiträge brachten ihm den Spitznamen „der Ziegenhirte von Phoenix“ ein.

Während der kommunistischen Ära, als westliche Musikeinflüsse stark eingeschränkt waren, entwickelte Phoenix einen unverwechselbaren Stil, der auf rumänischer Folklore und Mythologie basierte. Vali Sepi spielte bei dieser künstlerischen Neuausrichtung eine entscheidende Rolle und trug wesentlich zur visuellen und kulturellen Ausstrahlung der Gruppe bei. Neben seiner musikalischen Tätigkeit verstand sich Sepi vor allem als bildender Künstler. Er arbeitete in den Bereichen Malerei, Zeichnung, Skulptur und Design und stellte seine Werke in zahlreichen Ländern Europas, Asiens und Südamerikas aus. Viele Jahre lebte er in Singapur, wo er seine internationale Karriere weiter ausbaute.

Eine weniger bekannte, aber bedeutende künstlerische Hinterlassenschaft von Vali Sepi befindet sich im Hauptgebäude der West-Universität Temeswar. Das monumentale Wandmosaik im zentralen Universitätsgebäude entstand vor mehr als 40 Jahren unter direkter Mitwirkung von Nicu Covaci und Valeriu Sepi während ihrer Studienzeit am damaligen Institut für Zeichnen in Temeswar, der heutigen Fakultät für Kunst und Design. An dem Werk arbeiteten zudem renommierte Künstler und Kollegen wie Leon Vreme, Adalbert Luca und Șulea Gorj mit. Das Mosaik gilt als ein wertvolles Beispiel monumentaler Kunst und befindet sich im Zentralfoyer des ersten Stockwerks, unmittelbar vor dem Eingang zur Aula Magna der West-Universität. Es erinnert bis heute an die enge Verbindung zwischen Kunst, Kultur und der Geschichte der Stadt.