Ein paar Zeilen zu Weihnachten für das jüngere „Ich“

Was wir früher gern gehört hätten – und heute weitergeben

Zeit mit der Familie, gerade an den Feiertagen – das könnten junge Menschen mehr schätzen. | Foto: Elliott B/ Unsplash

Träume sind die leisen Wegweiser des Herzens. Sie flüstern von Möglichkeiten, die noch keinen Namen tragen, und halten uns wach, wenn der Alltag müde macht. | Foto: Randi Tarampi/ Unsplash

Fit bleiben – im Geist wie im Körper – ist wichtig. | Foto: Jannes Glas/ Unsplash

Die vier Adventskerzen symbolisieren Hoffnung, Frieden, Freude und Liebe, die mit jeder Woche im Advent ein wenig heller werden. | Foto: Max Beck/ Unsplash

„Mach dir nicht so viele Sorgen.“„Du darfst deinen eigenen Weg gehen.“ „Dieser Traum ist nicht naiv.“ – Ich habe Freunde und Bekannte gefragt, was sie ihrem jüngeren „Ich“ zu Weihnachten sagen würden – und die Antworten sind überraschend ehrlich ausgefallen. In kurzen Texten blicken sie zurück auf Zweifel, Entscheidungen und Hoffnungen aus einer Zeit, in der manches unsicher war. Es geht um unnötige Ängste, um Mut, der gefehlt hat, um Warnungen, die man gern früher gehört hätte – und um Träume, die berechtigt waren, auch wenn sie damals unrealistisch wirkten.

Entstanden ist eine kleine Sammlung persönlicher Gedanken, die berühren, trösten und Mut machen. Texte, die zeigen: Niemand ist allein mit seinen Fragen. Und manches, was heute klar erscheint, musste erst durchlebt werden.
Diese Stimmen erzählen nicht von perfekten Lebensläufen, sondern von echten Erfahrungen. Vielleicht findest du darin einen Satz, den du selbst gern früher gehört hättest. Oder einen, den du gerade jetzt brauchst.

Hier sind die Lottozahlen: Achte besser auf deine Gesundheit – und hüte die deiner Lieben. Denn keiner bleibt ewig jung. Bleib in Bewegung, im Körper wie im Geist, und lerne jeden Tag etwas Neues. Und wenn dich die Welt einmal erschreckt: Alles ist – bei ehrlichem Licht betrachtet – höchstens halb so schlimm.
Lucian B.

Schätze das Weihnachtsfest als jährlich einmalige Gelegenheit, mit der ganzen Familie zusammen zu sein, familiäre Nähe zu verspüren bei gemeinsamem Kirchgang, Essen, Bescherung und Singen! Wovor würde ich warnen: Die vorweihnachtliche Spannung auf das große Geschehen der Christnacht sollte erhalten bleiben und nicht korrumpiert werden durch Konsumterror, Einkaufshektik. Ermutigen würde ich die Fähigkeit zu warten, Geduld zu haben, um sich danach umso mehr über das Ergebnis (z.B. Geschenke) zu freuen. Und man darf nie den Mut verlieren, denn auch wenn es noch so schwer scheint: Es gibt immer oder zumeist positive Wendungen, die man aber nie erreicht, wenn man bei den ersten Hürden schon „die Flinte ins Korn“ wirft.
Dieter K.

Du wirst dein Glück finden, früher, als du jetzt glaubst.
Der Frieden mit deiner Familie kommt, auch wenn es manchmal unmöglich scheint.
Genieße jeden Augenblick mit deinen Liebsten, denn manche Momente und Menschen sind kostbarer, als du ahnst.
Du schaffst alles, was du dir vornimmst, gib dir Zeit und vertraue auf dich.

Andrea W.

Trau dich, harte Entscheidungen zu treffen – auch wenn sie weh tun und Verluste mit sich bringen. Nicht alles lässt sich festhalten, und manches muss man loslassen, um weiterzugehen. Nimm dir Zeit für deine Eltern, auch wenn ihr nicht immer einer Meinung seid: Sie wünschen dir meist mehr Gutes, als sie in Worte fassen können. Und vergiss bei all dem Ernst nicht, das Leben zu feiern. Hab Spaß mit Freunden und Kolleginnen, lacht viel, tanzt, lasst es auch mal richtig krachen. Du lebst nur einmal – also geh respektvoll mit dir um und mach das Beste daraus.
Raluca N.

Was würdest du ihm oder ihr heute sagen? Pläne können sich auch ändern – und das ist gut so.
Wovor würdest du warnen? Freunde kommen und gehen, wenn du nicht bewusst die Beziehungen pflegst – und es kann sein, dass am Ende zu wenige übrigbleiben.
Was würdest du ermutigen? Mache mit Hobbys weiter, auch wenn zuerst scheint, dafür sei keine Zeit – etwas zu erledigen gibt es immer.
Welche Sorge war unnötig, welcher Traum berechtigt? Die Angst vor Umwegen war überflüssig – der Traum, unterwegs zu lernen, war richtig.

Elisabeth C.

Vertrau dir mehr. 
Du darfst wachsen, Fehler machen und trotzdem gut sein. 
Das Leben meint es oft besser mit dir, als du erwartest.

Oana C.

Mach dir keine Gedanken um Mode... in ein paar Jahren wird sie sich wieder ändern (Beispiel dünne vs. natürliche Augenbrauen, Hosen). Lass dich nicht davon beeinflussen, was alle anderen machen – jeder hat seinen eigenen Weg und seine eigene Geschwindigkeit, wichtig ist, dass man sich selbst treu bleibt und sicher fühlt.
Bianca B.

Liebes 17-jähriges Ich,
schreibe ein Advents-Tagebuch, denn Alltag und Sorgen überschatten die segensreichen und freudigen Erlebnisse und Erinnerungen! Du bist genug, auch wenn du nicht alles schaffst. Sei nachsichtig mit dir und deiner Familie. Mehr als alle Geschenke, der Trubel in der Küche und die Weihnachtsfeierlichkeiten zählen die gemeinsame Zeit mit den lieben Menschen, die du vielleicht zu selbstverständlich hinnimmst. Bete, sag Dank und nimm das Christkind nicht nur zu Weihnachten in dein Haus und in dein Herz! Freue dich mehr über das, was ist und ärgere dich nicht über das, was fehlt!

Astrid W.

Meine liebe Laura,
Ich bin stolz auf dich! Du verfolgst deine Ziele, gehst deiner Leidenschaft nach, machst das, was dir Freude bereitet. Und du hast gute Freunde an deiner Seite, mit denen du vieles unternimmst und du hast deine Familie, die dich liebt. Das ist das Allerwichtigste.
Bleib weiterhin konzentriert auf das, was dir Freude bereitet und vernachlässige NIE deine Freunde und Familie. Sie sind das, was dich aufbaut, was dich innerlich stark hält.
Und verlasse dich auf Gott, ER ist immer da und wird es immer bleiben.
Und... wenn du mal Angst hast, einen Freund oder eine Freundin zu verlieren, wenn er oder sie etwas von dir fordert, was du nicht tun magst... dann sprich mit ihm/ihr und sag, was du fühlst und denkst. Zwinge dich nicht, Dinge zu tun, die du nicht willst! Sonst wirst du es später bereuen. Bleib dir treu! Du wirst im Leben sicher vieeele tolle Freunde finden, die dich verstehen und deine Grenzen respektieren. Das sind die wahren Freunde.
Und noch etwas: nimm dir Zeit für dich!!! Unbedingt. Jeden Tag. Freue dich über dich, denn du bist toll.

Laura K.

Nachdenklich an Weihnachten: Vertrauen in sich selbst führt zu Stärke. An Lebensschwächen wirst du dich immer negativ erinnern.
Ehrlichkeit ist wichtig, wenn du auch mal Enttäuschungen erlebst. Ich denke, dass Unehrlichkeit einmal ans Tageslicht kommt. Ich habe schon viel Unehrlichkeit erlebt und trotzdem stehe ich für die Tugend Ehrlichkeit.
Im Leben gibt es viele Höhen und Tiefen. Deshalb ist an Gott zu glauben stets vorteilhaft. Dann darfst du ruhig hoffen. Hoffen, hoffen, weil die Hoffnung zuletzt stirbt. Nur so siehst du Licht am Ende des Tunnels.
Das Leben geht weiter. Nicht so schnell aufgeben, wenn der Abgrund auch noch so tief ist. Versuche, ein Stehauf-Mensch zu sein!
Strebsam sein ist wichtig! Ein Sprichwort mahnt: „Wer sich am Ziele glaubt, geht zurück.“ Deshalb stets mutig bleiben!
Dies sind Ratschläge, die ich in meinem Leben oftmals nicht befolgen konnte oder es sind Empfehlungen, die mich das eine oder andere Mal doch so sehr enttäuschten. Und doch kann ich nur raten, sich an diese Lebensweisheiten zu halten.

Johann J.

Liebes früheresTeenager-Ich! Wenn ich dir erzählen könnte, was ich bis heute, mit 60 Jahren, alles erlebt habe und welche unerwarteten Wendungen mein Lebengenommen hat – du würdest es nicht glauben. Du würdest Bauklötze staunen, was man alles kann, schafft, was sich alles zum Positiven verändern kann, einfach nur, weil man beharrlich seine Träume verfolgt – von denen sich aber so mancher auch unterwegs gewandelt hat, oder sogar obsolet wurde.  
Umarme die Veränderung, sie ist deine stetige Hoffnung. Hab Mut zum Fehler, denn eigentlich gibt es keine Fehler, nur Umwege – andere Wege. 
Und vergiss nie: die Seele ist unsterblich. Was auch immer passiert, es kann dich nicht umbringen, sondern nur transformieren. So bist du ständig dein eigener Schöpfer. Erschaffe dich in Liebe!

Nina M.  

Diese Umfrage endet hier – die Gedanken nicht. 
Die Antworten zeigen, wie viel sich verändert und wie viel gleich bleibt: Zweifel, Hoffnungen, der Wunsch, gesehen zu werden. 
Vielleicht nimmst du einen Satz mit, der dich begleitet. Vielleicht schreibst du deinem jüngeren „Ich“ irgendwann selbst ein paar Zeilen. Zu Weihnachten oder an einem ganz gewöhnlichen Tag.