Für fünf Tage (8. bis 12. Dezember) wurde die baden-württembergische Gemeinde Abtsgmünd Anfang Dezember zu einem Ort intensiver europäischer Begegnung. 17 Schülerinnen und Schüler des Deutschen Theoretischen Lyzeums „Johann Ettinger“ aus Sathmar/Satu Mare nahmen gemeinsam mit ihren Gastgebern vom St.-Jakobus-Gymnasium an einem Schüleraustausch teil, der Bildung, Alltagserfahrung und interkulturelles Lernen miteinander verband. Der Besuch war Teil des Projekts „JA Europa – Internationaler Jugendaustausch in und für Europa“.
Von der Idee zur Begegnung
Der Austausch war nicht zufällig entstanden, sondern das Ergebnis eines länger währenden Annäherungsprozesses. Bereits im Oktober 2024 hatte eine Delegation aus Abtsgmünd den Kreis Sathmar besucht. Aus diesen Gesprächen entwickelte sich ein kontinuierlicher Kontakt zwischen den beiden Schulen, der im Frühjahr 2025 in ein gemeinsames Austauschprojekt mündete. Der Besuch der Schülergruppe aus Sathmar stellte den ersten praktischen Schritt dieser Kooperation dar.
Begleitet von Schulleiterin Maria Reiz und Lehrerin Iulia Hölzli lebten die Jugendlichen während ihres Aufenthalts in Gastfamilien. Dadurch erhielten sie Einblicke in das Alltagsleben ihrer deutschen Austauschpartner, die weit über schulische Erfahrungen hinausgingen.
Politische Unterstützung für schulische Partnerschaften
Ein zentraler Programmpunkt war der Empfang im Rathaus Abtsgmünd. Bürgermeister Armin Kiemel und Landrat Dr. Joachim Bläse hießen die Gäste willkommen und betonten die Bedeutung von Jugendbegegnungen für das gegenseitige Verständnis in Europa. Austauschprogramme wie dieses, so wurde hervorgehoben, schafften Vertrauen und bauten Vorurteile ab – gerade in einer Zeit gesellschaftlicher Spannungen.
Auch die Schulleiterin des St.-Jakobus-Gymnasiums, Dr. Katharina Schmidt, unterstrich die Rolle junger Menschen als Träger eines offenen Europas. Sie hob hervor, dass Begegnungen auf Augenhöhe einen nachhaltigen Beitrag zur europäischen Verständigung leisteten. Schulleiterin Maria Reiz dankte wiederum für die Einladung und würdigte insbesondere den sprachlichen und kulturellen Gewinn des Austauschs.
Interkulturelles Lernen im Alltag
Das inhaltliche Programm verband Unterrichtsteilnahme mit gemeinsamer Projektarbeit. Im Mittelpunkt stand das Thema „Interkulturelle Unterschiede und Jugendkultur“, welches von den Sathmarer Schülern und deutschen Schülern gemeinsam bearbeitet wurde. Dabei ging es nicht um abstrakte Theorie, sondern um konkrete Fragen des Alltags: Schule, Freizeit, Mediennutzung und Zukunftsvorstellungen.
Ergänzt wurde die schulische Arbeit durch Exkursionen nach Aalen, Ulm und Stuttgart. Im Donauschwäbischen Zentralmuseum in Ulm setzten sich die Jugendlichen mit Migrationsgeschichte auseinander, während Museumsbesuche in Stuttgart historische und globale Perspektiven eröffneten. Stadtführungen und Weihnachtsmarktbesuche boten zudem Raum für informelle Begegnungen und persönliche Gespräche.
Ein Austausch mit Blick nach vorn
Den Abschluss bildeten Präsentationen der Projektergebnisse am St.-Jakobus-Gymnasium. Beim anschließenden Abschiedsfest wurde deutlich, wie schnell aus zunächst fremden Jugendlichen vertraute Gesprächspartner geworden waren. Der Austausch hatte Neugier geweckt, Gemeinsamkeiten sichtbar gemacht und Unterschiede verständlich erklärt.
Mit dem geplanten Gegenbesuch der Abtsgmünder Schülerinnen und Schüler in Sathmar im April 2026 wurde zugleich der Blick nach vorn gerichtet. Der Schüleraustausch zeigte, dass europäische Zusammenarbeit dort besonders wirksam ist, wo sie im persönlichen Erleben beginnt – im Klassenzimmer, in Gastfamilien und im gemeinsamen Alltag.






