Kreativ mit „Seitenweise“

In Hermannstadt fand das Landesfinale des Kreativwettbewerbs statt

Abschlussfoto mit allen Schülerteams des Landesfinales des Wettbewerbs „Seitenweise“ 2026 Fotos: Aurelia Brecht

Nicht unter den ersten drei Plätzen, aber dennoch inhaltlich originell und bewegend: Das Lied von Nicoleta Timoc und David Mure{an vom Colegiul Național „Doamna Stanca“ in Sathmar/Satu Mare. Es endete mit der Zeile „Vielleicht muss man zerbrechen, um echt zu sein“ und sorgte für anerkennende Rufe und Applaus beim Publikum.


Am Donnerstag, dem 26. März, verwandelte sich der Spiegelsaal des Forums in Hermannstadt/Sibiu zu einer Wettkampf-Arena des Lesens und der Kreativität: Im Rahmen des Literaturwettbewerbs „Seitenweise – Dein Projekt zum Buch“, organisiert von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA), traten Schülerinnen und Schüler von 16 Schulen gegeneinander an.

Um nicht weniger als die Qualifikation zum Landesfinale ging es in den drei Stunden, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Klassen acht bis zehn zur Verfügung standen: Den ganzen Nachmittag stellten die Schülerinnen und Schüler in Teams ihre Ergebnisse zu einem Jugendbuch von Tom Limes vor. Der Spaß war den Schülerinnen und Schülern anzusehen: Innerhalb des Wettbewerbs war es möglich, verschiedene Mittel anzuwenden, um den Roman-inhalt in einem individuellen Projekt aufzubereiten.

Der Titel des Jugendbuchs „Voll verkackt ist halb gewonnen“ ist effekthascherisch und hätte geschickter gewählt werden können. Nichtsdestotrotz spricht der Inhalt des Jugendbuchs in lockerer Art und Weise Themen an, die für Jugendliche wichtig sind. In der Geschichte geht es um vier Heranwachsende, die ihren Weg finden. Zu Beginn des Romans treffen sich die vier „Schulversager“ Julian, Lisa, Tariq und Max in einer Fördermaßnahme: Die letzte Chance also, den Hauptschulabschluss noch zu schaffen und damit nicht aus dem System zu fallen. Der Roman wird aus den Perspektiven von Julian und von Lisa erzählt: Julians Schwäche sind Zahlen und Rechnen, dazu kommen Drogenprobleme wegen seines aggressiven Vaters. Lisa leidet unter dem Tourette-Syndrom. Tareq hat den Traum, Konditor zu werden, sein Vater will ihn aber zum Mechaniker machen, weil er eine Werkstatt besitzt. Max ist eigentlich begabt und war in der Schule immer unterfordert – nun lehnt er jedwedes Lernen ab. Die Vier müssen innerhalb der Maßnahme ein Projekt umsetzen. Nach und nach lernen sie, für ihr Projekt zusammenzuarbeiten.

Die Jurorinnen und Juroren, bestehend aus Wiebke Oeser, Konsulin der Bundesrepublik Deutschland in Hermannstadt/Sibiu, Ana-Maria Dane{, Leiterin des Deutschen Kulturzentrums Hermannstadt, Dr. Andreea Dumitru-Iacob, Lehrerin und Literaturwissenschaftlerin sowie Jens Daniel, Sozialpädagoge und Organisator des Theaterfestivals Rudolstadt, hatten am Ende die Qual der Wahl. Eine breite Palette an originellen Sketchen, Videoclips und Liedern in deutscher Sprache wurde präsentiert, unter denen drei Preise zu vergeben waren.

Am Schluss machte das Rennen ein Sketch-Beitrag: Den ersten Platz als Landessieger eroberten sich die Schülerinnen und Schüler des Colegiul Național Diaconovici-Tietz aus Reschitza/Reșița. Den zweiten Platz belegte die Gruppe des Liceul Teoretic A. Müller-Guttenbrunn aus Arad – Platz drei ging an einen Schüler vom Colegiul Național Dr. I. Meșotă in Kronstadt/Brașov.