Auch im Impressum der ADZ findet man wie bei vielen anderen Zeitungen den Hinweis „Mitglied im weltweiten IMH-Netzwerk der deutschsprachigen Auslandsmedien“. Das Kürzel „IMH“ steht für Internationale Medienhilfe. Diese regierungsunabhängige Organisation existiert seit den 90er-Jahren und kümmert sich um deutschsprachige Medien wie auch Minderheiten rund um den Globus. Gegründet wurde sie von Björn Akstinat, der sie auch bis heute leitet. Eine der ersten Hilfsmaßnahmen war die Vernetzung der deutschsprachigen Auslandsmedien, damit die über 2500 deutschsprachigen Zeitungen, Zeitschriften, Rundfunkprogramme und Internetportale außerhalb Deutschlands, Österreichs und der Schweiz besser kooperieren und gemeinsame Aktionen starten können. Das Ergebnis dieser Maßnahme ist heute das größte globale deutschsprachige Medien-, Korrespondenten- und Nachrichtennetz.
Obwohl die deutschsprachigen Auslandsmedien als Kulturbotschafter, Außenhandelsförderer, Ratgeber, Brückenbauer, Sprachwerber und einzigartige Informationsquellen einen immensen Nutzen für Deutschland, Österreich und die Schweiz haben, erhalten sie von den Regierungen dieser größten deutschsprachigen Länder kaum Unterstützung. Nur einzelnen Minderheitenmedien in Osteuropa und Dänemark wird unter die Arme gegriffen, weil man meint, dass die deutschen Minderheiten dort mehr als andere unter den Folgen des Zweiten Weltkriegs zu leiden hatten. Andere Medien in Westeuropa, Afrika, Asien, Australien, Nord- und Südamerika bekommen nichts. Also bleibt den meisten Publikationen und Rundfunkprogrammen nur eins: sie müssen sich selbst helfen, und zwar beispielsweise durch Zusammenarbeit.
In nahezu allen Ländern gibt es deutschsprachige Auslandsmedien. Das Spektrum reicht von der Wochenzeitung „Condor“ in Chile über den Belgischen Rundfunk (BRF) in Ostbelgien, die Zeitschrift „Das Fenster“ in den USA bis hin zur täglichen „Allgemeinen Zeitung“ in Namibia. Der Chefredakteur der Tageszeitung in der namibischen Hauptstadt Windhuk schätzt besonders den Nachrichtenaustausch und die Personalbeschaffung über das Netzwerk: „Vom IMH-Koordinationsbüro in Berlin werden uns Praktikanten vermittelt und von unseren Partnermedien kommen viele interessante Artikel, die wir übernehmen können.“ Von der Chefredakteurin der wöchentlichen „Hermannstädter Zeitung“ in Rumänien wird die Anzeigenvermittlung und die gemeinsame Lobbyarbeit gelobt: „Wir haben schon einige Werbeaufträge übers IMH-Netzwerk erhalten und die gemeinsame Vertretung unserer Anliegen ist sehr wichtig, denn die Wünsche einer einzelnen Redaktion werden in Berlin, Wien oder Bern kaum wahrgenommen.“ Konzertierte Aktionen der IMH-Mitgliedsmedien führten schon zur Rettung von Hörfunkprogrammen wie „Radio Prag“ oder bewirkten, dass die deutsche Bundesregierung bei Bundestagswahlen weltweit mehr Informationsanzeigen für Auslandsdeutsche schalten lässt. Auch die regelmäßige Wahl zur „Auslandsdeutschen des Jahres“ ist eine IMH-Initiative.
Wer mehr über die IMH oder deutschsprachige Medien rund um den Erdball erfahren möchte, melde sich einfach unter info@medienhilfe.org. Bei der IMH kann unter anderem das „Handbuch der deutschsprachigen Presse im Ausland“ bestellt werden. Es ist ein einzigartiges und außerordentlich nützliches Adressverzeichnis mit rund 320 Seiten.




