Wort zum Sonntag: Wenn Christus nicht auferstanden ist...


Er ist nicht hier, denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat (Matthäus 28,6). Diese Worte des Engels an die Frauen am leeren Grab Jesu sind von entscheidender Bedeutung; sie erinnern uns daran, dass unser Glaube nicht auf einem toten Religionsstifter gründet, sondern auf dem auferstandenen Herrn. Jesus hat den Tod überwunden und damit den Erweis erbracht, dass er tatsächlich Gottes Sohn ist und die Macht hat, Sünden zu vergeben und uns zu retten aus Angst, Gottferne und geistlichem Tod. 

Aber die Botschaft des Engels geht noch weiter: Er fordert auf, näher zu kommen und den Ort zu sehen, wo Jesus gelegen hat. Dies erinnert daran, dass wir keinesfalls nur einer historischen Person Glauben schenken, sondern dem lebendigen Herrn, der lebt und regiert in Ewigkeit und der will, dass wir uns selbst davon überzeugen, hier und heute: Wr folgen keinen Fabeln, sondern Fakten des Glaubens. 

Wie die Frauen am leeren Grabe, so sind auch wir aufgefordert, zu ihm zu kommen. Wir sollen uns nicht mit einem kraftlosen Glauben zufriedengeben, sondern einen lebendigen, innigen Kontakt mit Jesus Christus und seiner Gemeinde suchen. Wenn wir das tun, werden wir erfahren, dass er uns tatsächlich begegnet und uns lebenslänglich durch sein Wort erleuchtet und gebraucht, führt und begleitet im Reiche Gottes. 

Ein Historiker und Meister der treffenden Formulierung, schrieb, an Lungenkrebs erkrankt, kurz vor seinem Tod: „Wenn Christus nicht auferstanden ist, dann ist alles bedeutungslos; wenn Christus aber auferstanden ist, dann ist alles andere bedeutungslos.“

Diese Aussage, oft paraphrasiert nach dem slowakisch-amerikanischen Theologen Jaroslav Jan Pelikan, 1932-2006, und basierend auf der Argumentation des Apostels Paulus in 1. Korinther 15, betont den absoluten Charakter der Auferstehung.

Die beiden Sichtweisen könnten folgendermaßen erklärt werden: Wenn die Auferstehung eine reale historische und theologische Tatsache ist, verändert sie alles. Probleme, Leid, der physische Tod oder weltlicher Erfolg werden zweitrangig; sie spielen im letztendlichen Sinne keine Rolle mehr, weil der Tod schon besiegt ist.

Die Folgen daraus sind für unseren Glauben: Es gibt ewiges Leben; die Vergebung der Sünden ist real, und die christliche Hoffnung wird bestätigt. Der Fokus verschiebt sich von vergänglichen Sorgen auf die Realität der Ewigkeit, die die Auferstehung Christi eröffnet hat.

Wenn aber Christus nicht auferstanden ist, so ist alles bedeutungslos. Das heißt, wenn die Auferstehung eine Lüge oder eine Illusion wäre, so argumentiert der Apostel, dann wären die Christen die elendsten aller Menschen, dann wäre unsere Predigt sinnlos und unser Glaube wäre tot.

Die Folgen: Alles würde zu einem trostlosen und vergeblichen Unterfangen, zu einer bloßen Moralphilosophie ohne rettende Kraft. Ohne Auferstehung verliert das Leben seinen Sinn, ungeachtet guter oder schlechter Taten eines Menschen.

Daher gilt die Auferstehung als Wendepunkt der christlichen Geschichte und unserer persönlichen Existenz: Entweder ist sie die höchste Wahrheit, die alles andere verblassen lässt, oder sie ist eine Lüge, die den Sinn der gesamten Jesusnachfolge zunichte machte.

Der Apostel Paulus schreibt an die Kirche in Korinth: „Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, so ist euer Glaube vergeblich; ihr seid noch in euren Sünden. Und so sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren. Wenn Christus nicht auferstanden ist und wir nur in diesem Leben auf Christus gehofft haben, sind wir die elendsten unter allen Menschen.“ (1. Korinther 15, 17-19)

Die Auferstehung Christi ist grundlegend für die Botschaft des Evangeliums. Unsere Erlösung hängt davon ab, ob Jesus Christus leibhaftig auferstanden ist, gemäß der Schrift.
Lasst uns daher in diesen Ostertagen darüber nachdenken, wie wir unseren Glauben an unseren auferstandenen Herrn vertiefen und glaubhaft bezeugen können. Lasst uns zu Ihm kommen, der uns ruft, damit wir erfahren, dass Er tatsächlich lebt und regiert.