Was wäre Rumänien ohne seine Tüchtigkeit, ohne den Arbeitsethos, der dieses Land trotz aller Widrigkeiten zusammenhält? Zu oft werden jene ignoriert, die tatsächlich etwas schaffen. Zu selten spricht man über die, die im Hintergrund schuften, während der Rest sich über die Zustände wundert. Drei Beispiele sollen als kleine Wiedergutmachung dienen – und zugleich an all jene vergessenen Helden erinnern, die im Stillen für uns sorgen und deren Wirken nur selten ein Loblied erhält.
1. Wirklich still war der erste Held nicht. Der Krieg war vergessen, die Politik entspannt, die Krisen pausiert – und doch geriet die Nation in Aufruhr, weil es in Bukarest schneien sollte. Einen ganzen Nachmittag lang liefen die Nachrichtensender im Breaking-News-Modus, um die Nation auf dieses meteorologische Weltwunder vorzubereiten. Und dann geschah es: Frau Holle geriet in Putzwahn. Die Himmel öffneten die Schneeschleusen. Schneeflocken stürzten vom Himmel, als gäbe es kein Morgen. ES SCHNEITE IN BUKAREST. Die Bukarester hätten dieses einzigartige Schauspiel glatt verschlafen, wäre da nicht jener stille Held gewesen, der in der Nachtschicht einsam den Zauber der fallenden Flocken betrachtete. Doch Helden sind nicht eigennützig. Sie schweigen nicht. Also griff er zum Werkzeug seiner Macht: RO-Alert. Zwischen zwei und vier Uhr morgens, wenn die Seele am tiefsten ruht, weckte er die Hauptstadt, damit niemand das Wunder der schneebedeckten Schöpfung verpasste. Die Dankbarkeit der Bürger ergoss sich anschließend wie ein digitaler Chor über die sozialen Netzwerke, die sich in einem wahren Sturm der Begeisterung überschlagen haben.
2. Ein Flugzeug nach Kairo meldete einen defekten Sensor und kündigte eine ungeplante Zwischenlandung in Otopeni an. Flughafen? Schweigt. Flugbehörde? Schweigt. Notdienst? Schweigt. Die Fluglinie? Schweigt am lautesten. Doch einer nicht: Gesundheitsminister Alexandru-Florin Rogobete. Er, der unerwartete Held, mobilisierte sechs Krankenhäuser und rief im Ministerium einen Krisenstab ein. Über soziale Netzwerke informierte er die Nation über die Gefahr, die nur er erkannt hatte. Während die zuständigen Behörden auf der faulen Haut lagen, blickte er mutig der drohenden Katastrophe ins Auge. Und kurz darauf verkündete er die erlösende Nachricht: „Update: Das Flugzeug ist sicher gelandet und es ist keine medizinische Hilfe erforderlich!“ Ein Mann, der weiß, dass wahre Größe darin liegt, Probleme zu lösen, bevor sie überhaupt existieren, und der sich nicht scheut, der Welt mitzuteilen, dass er es war, der sie gerettet hat – zumindest beinahe. Denn Arbeit ist seine Bestimmung.
3. Wer meint, rumänische Parlamentarier arbeiteten nicht, hat noch nie von Codruța-Maria Corcheș, Abgeordnete der Partei der Jungen Menschen (POT), gehört. Sie wacht wie ein Zerberus über die Seele des Volkes und der mentalen Gesundheit der Kinder. Trooper wollen ihr 20-jähriges Jubiläum im Nationalen Palast der Kinder feiern? Nicht mit ihr. Als Mitglied des Ausschusses für Kultur, Kunst und Massenmedien der Abgeordnetenkammer, weiß sie genau was echte Kultur ist und was auf dem Spiel steht. In der Fastenzeit Rockmusik zuzulassen wäre ein Triumph des Satans. Also geht sie ans Werk, erstellt eine Petition und verlangt, das Konzert zu verbieten. Sie wird diesen Höllengeschöpfen das Maul stopfen, bevor die ersten Gitarrenriffs erklingen. Auch sie wurde vom Volk zur Arbeit bestimmt – und wie man sieht, arbeitet sie. Unerschütterlich stellt sie sich dem Bösen entgegen, das mit verzerrten Gitarren droht, die Jugend zu verderben. Ein wahrer Schutzwall gegen die Finsternis.
Und so bleibt uns nur, ehrfürchtig auf jene zu blicken, die unermüdlich schaffen. Selbst wenn niemand danach verlangt hat. Denn in dem Land, wo jeder zum Dichter geboren ist, tragen diese den erhabenen Namen: Dichter der Arbeit.





