Bukarest (ADZ) - In den ersten sechs Monaten des Mandats hat die von Ilie Bolojan (PNL) geführte Regierung 26.800 Stellen im Staatsapparat abgebaut, die Gesamtzahl der öffentlichen Bediensteten ist auf 1,279 Millionen Personen gesunken. Aus einem am Wochenende veröffentlichten Bericht der Nachrichtenplattform profit.ro geht weiter hervor, dass der Bildungsbereich am härtesten getroffen wurde: 17.400 Personen haben in diesem Sektor ihre Arbeit verloren – rund zwei Drittel aller abgebauten Stellen. In Lokalverwaltungen waren im Dezember vergangenen Jahres 2462 weniger Personen angestellt als im Juni 2025, bei der Polizei 2209, in der Armee 1174 und im Finanzministerium 510 weniger.
Aus dem Bericht geht weiter hervor, dass von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im öffentlichen Dienst die meisten in der Erziehung angestellt sind – 366.763 Personen –, gefolgt von Lokalverwaltungen (279.058), Gesundheitswesen (245.369), Polizei und Gendarmerie (124.671), Verteidigung (74.813) sowie Finanzministerium (einschließlich Finanz- und Zollamt; 23.804).
Erziehung auch von Lohnsenkung getroffen
Laut Daten des Nationalen Statistikamtes (INS) wurden im vergangenen Jahr Staatsangestellte auch überdurchschnittlich vom Kaufkraftverlust getroffen: Während der nominelle Anstieg des allgemeinen Durchschnittslohns mit 4,8 Prozent die Inflation nicht ausgleichen konnte und die Kaufkraft Ende 2025 4,5 Prozent unter dem Niveau im Dezember 2024 lag (bei einem Nettoeinkommen von monatlich 5914 Lei), sank in der öffentlichen Verwaltung der Nettolohn auch nominell um 273 Lei auf 6943 Lei, im Erziehungswesen um 167 Lei auf 5712 Lei monatlich und ist im Gesundheits- und Sozialhilfebereich im Jahresvergleich um lediglich 39 Lei auf 5389 Lei im Monat Dezember gestiegen.
Im EU-Vergleich geht aus jüngsten Daten von Eurostat für das Jahr 2023 hervor, dass das Bildungssystem in Rumänien ohnehin schon unterfinanziert war: Im EU-Schnitt lagen die Bildungsausgaben bei 4,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), während sie in Rumänien lediglich 3,3 BIP-Prozent erreichten (nur Irland lag mit 2,8 BIP-Prozent darunter). Insgesamt zählte Rumänien 2023 mit 40,3 BIP-Prozent gegenüber 49,0 BIP-Prozent im EU-Schnitt zu den Ländern mit den niedrigsten Staatsausgaben, deutlich weniger wurde für Sozialhilfe (12,8 BIP-Prozent gegenüber 19,2 BIP-Prozent) und Gesundheit (4,7 verglichen zu 7,3 BIP-Prozent) zugewiesen. Höhere Ausgaben gab es u. a. für öffentliche Ordnung und Sicherheit (2,7 zu 1,7 BIP-Prozent), wirtschaftliche Angelegenheiten (6,5 gegenüber 5,8 BIP-Prozent im EU-Schnitt) sowie Verteidigung (1,7 gegenüber 1,3 BIP-Prozent).





