Bihor: Behinderte in Heimen ausgebeutet

Staatsanwälte schlagen gegen Straftätergruppe zu

Bukarest (ADZ) – Strafermittler haben im Kreis Bihor Wohnungen, Geschäftssitze und eine öffentliche Einrichtung wegen des Verdachts auf Menschenhandel und Bildung einer kriminellen Vereinigung durchsucht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft tarnte eine Gruppe ihre Aktivitäten als soziale und medizinische Betreuung vor allem geistig behinderter Menschen unter dem Dach einer angeblichen Wohltätigkeitsorganisation. Sie soll Spender, Angehörige und Hilfesuchende getäuscht haben, um Spenden sowie Renten, Behindertenleistungen, Sozialhilfen und andere staatliche Zahlungen der Opfer zu kassieren. Insgesamt 13 Millionen Lei sollen sich die Ausbeuter so unter den Nagel gerissen haben. 400 Menschen seien zwischen 2019 und 2022 in den Einrichtungen ums Leben gekommen. 

Die Gruppe soll zwischen 2020 und Juni 2026 Hunderte besonders schutzbedürftige Menschen mit geistigen Behinderungen aufgenommen und in völliger Abhängigkeit gehalten haben. Die Heime seien ohne die erforderlichen Genehmigungen betrieben worden. Nach den Durchsuchungen berief Arbeitsminister Dragoș Pîslaru einen Krisenstab ein, um Unterkünfte und Betreuungsmöglichkeiten für die Opfer zu finden.