Klausenburg – Noch ist nicht bekannt, wer genau den bis zu zehn aktiven Ensembles mit Zulassung zur sechsten Auflage der „Arcadia Chamber Music Classes“ an den ersten zwölf Tagen im August Sitzungen zum Erlernen der einfachen wie erstaunlichen Alexander-Technik offerieren wird; sicher allerdings ist, dass die Agenda der Meisterkurse bei den Mitgliedern des vor 20 Jahren in Klausenburg/Cluj gegründeten Streichquartetts „Arcadia“ endlich an einem Standard angelangt ist, den der Spitzenunterricht an allen großen Ausbildungsstätten im Westen Europas und in Übersee seit Jahrzehnten bereits gewährleistet. So breit schließlich, wie sich der komplementäre Kursinhalt während der Sommerpause am neuen Campus der Gheorghe-Dima-Musikakademie ausnimmt, könnten fortgeschrittene Schüler ab 15 Jahren und Studenten sich für ihren Weg hin zu einer beachtlichen Karriere im Bereich Kammermusik keine reiferen Lernmöglichkeiten wünschen: nicht nur die Schule der Aufmerksamkeit für den eigenen Körper nach methodischem Schlüssel von Theaterschauspieler Frederick Matthias Alexander (1869-1955) deckt der ausführliche Meisterkurs unter Leitung des Quartetts „Arcadia“ ab, sondern auch das tiefere Bewusstsein für Lampenfieber mit all seinen Vor- und Nachteilen, wozu Aurelian Băcan, der Solo-Klarinettist der Staatsphilharmonie „Transilvania“, als begleitender Dozent für einen zentralen Gegenstand zugesagt hat. Sprecherziehung, die auch in der Berufsmusikszene überaus relevant ist, wird Melinda Kántor vom Ungarischen Staatstheater Klausenburg den „Arcadia Chamber Music Classes“ professionell beisteuern. Musikwissenschaftlerin Tatiana Oltean, die sämtlichen Teilnehmern Tipps für das Verfassen ihrer Lebensläufe mitgibt, ist auch diesmal dabei, und von den Mitgliedern des veranstaltenden Ensembles nimmt Bratscher Traian Boală sich vor, auch Hinweise auf die manchmal nicht reibungslose Wahrung eines förderlichen menschlichen Miteinanders in der Begegnung zur Kammermusik zu artikulieren. Fotografisch kann sich der Meisterkurs erneut auf Norbert Bec und Ferencz Udvar als Profis verlassen, und erstmals stößt auch ein Geigenbauer zum erweiterten Team: es ist niemand sonst als Gabriel Felecan aus dem Dorf Sălicea am Făget-Wald, der sein Handwerk vom geschätzten Meister Pavel Onoaie erlernt hat. Folklore-Forscher und Professor Ioan Haplea, der ein paar wenige Tage zuvor seinen 76. Geburtstag gefeiert haben wird, hat sich gern zu einem Vortrag bereit erklärt, und sichern konnte sich „Arcadia“ auch die Zuarbeit von Komponist Șerban Marcu. Das Gastkonzert für diesmal gibt das Streichquartett „Danel“ aus Frankreich, worin seit 21 Jahren Vlad Bogdănaș die Bratsche spielt. Nach ihrer täglich neuen Registrierung am Info-Point in der Musikhochschule sowie unter der Bedingung selbstverständlich, das Unterrichtsgeschehen nicht zu behindern oder zu stören, sind auch Gasthörer als passive Teilnehmer willkommen. Informativ rückversichern kann man sich online auf dem Link arcadiaquartet.com/ro/academy/, der auch in englischer Sprache verfügbar ist.





