Ein Wochenende voller Begegnungen, Traditionen und kultureller Entdeckungen erlebten einige Schüler des Nikolaus-Lenau-Lyzeums aus Temeswar/Timișoara bei den Deutschen Kulturtagen in Schäßburg/Sighișoara, die vom Deutschen Forum in Schäßburg unter Beteiligung der HOG Schäßburg organisiert wurden. Nach Schäßburg waren die Schüler in Begleitung ihrer Lehrkräfte Adrian Balog (Biologie) und Diana Darvasi (Erdkunde) gereist. Vermittelt wurde die Teilnahme vom Kulturverein „Pusta“ aus Tschanad/Cenad unter der Leitung von Lucian Oprea (Petrea).
Unter dem Motto „Kultur am Berg – Vergangenheit trifft Gegenwart“ versammelten die Deutschen Kulturtage Jugendliche, Lehrkräfte und Vertreter der deutschen Gemeinschaft zu einem vielseitigen Programm, das Geschichte, Traditionen und den interkulturellen Dialog in den Mittelpunkt stellte. Ein besonderer Höhepunkt war bereits am Freitag die Unterzeichnung einer Bildungspartnerschaft zwischen dem Nikolaus-Lenau-Lyzeum aus Temeswar und dem Jo-seph-Haltrich-Lyzeum aus Schäßburg. Die Vereinbarung sieht gemeinsame Aktivitäten auf verschiedenen Schulstufen vor und soll die Werte, Traditionen und Identität der deutschen Minderheit nachhaltig fördern.
„Der Besuch in Schäßburg ist das Ergebnis eines gemeinsam entwickelten Programms der beiden Lyzeen ‚Johann Haltrich‘ und ‚Nikolaus Lenau‘, mit Unterstützung des Deutschen Forums und des Kulturvereins ‚Pusta‘. Unser gemeinsames Ziel ist es, die Werte und Identität der deutschen Minderheit zu bewahren und weiterzugeben“, betonte der Vorsitzende des Kulturvereins „Pusta“.
Auch die Gastgeber hoben die Bedeutung der neuen Zusammenarbeit hervor. „Wir freuen uns, die Schülerinnen und Schüler des Nikolaus-Lenau-Lyzeums bei uns zu haben. Solche Begegnungen stärken die Verbindung zwischen unseren Gemeinschaften und zeigen, wie lebendig die deutsche Kultur in Rumänien bleibt“, erklärte Schulleiterin Ana Pușcaș. Die Jugendlichen seien jene Generation, die diese Traditionen weitertrage, während die Partnerschaft der beiden Schulen eine Investition in die Zukunft darstelle.
Der Samstag stand ganz im Zeichen von Geschichte, Musik und kulturellem Austausch. Nach der feierlichen Eröffnung vor dem Deutschen Forum in Schäßburg fanden in der Aula der traditionsreichen Bergschule historische Vorträge, Gesprächsrunden und musikalische Darbietungen statt. Die Schüler erhielten dabei Einblicke in die Geschichte der Burg Schäßburg und in das kulturelle Erbe der Siebenbürger Sachsen. Anschließend stand ein „Kultursommerrichttag“ mit traditionellen Spielen, Tänzen und deutscher Volksmusik auf dem Programm.
Auch für die Jugendlichen selbst hinterließ das Wochenende bleibende Eindrücke. „Es war unglaublich interessant zu sehen, wie weit die deutsche Kultur in Rumänien reicht und wie lebendig sie hier nach wie vor ist. Auch der Besuch der Bergschule hat mich sehr beeindruckt – sie ist einfach wunderschön“, berichtete die Lenau-Schülerin Daria Mo]i aus der zehnten Klasse. Ihr Mitschüler David Sesuriac zeigte sich von der historischen Kulisse begeistert: „Mir hat die mittelalterliche Atmosphäre in Schäßburg sehr gut gefallen, ebenso die wunderschönen alten Gebäude. Die Kulturtage waren interessant, und ich habe neue Dinge über die Traditionen der Siebenbürger Sachsen erfahren.
Der Sonntag begann mit einem Gottesdienst in der Klosterkirche. Den feierlichen Abschluss bildete ein Trachtenumzug auf dem Burgplatz. Begleitet von der Blaskapelle des Deutschen Forums präsentierten die teilnehmenden Gruppen traditionelle Trachten und Tänze. Tanzensembles aus Hermannstadt/Sibiu, Mühlbach/Sebeș, Sächsisch-Regen/Reghin und Schäßburg boten ein farbenfrohes Bild der Vielfalt deutscher Kultur in Rumänien.
Besonders eindrucksvoll war für viele Teilnehmende die Begegnung mit Jugendlichen aus anderen Regionen des Landes. „Auf dieser Reise hatte ich die Möglichkeit, neue Menschen kennenzulernen, die andere Traditionen und Kulturen haben als wir im Banat“, erzählte die Lenau-Schülerin Paula Petrea. Die Offenheit und Gastfreundschaft der Gastgeber hätten sie nachhaltig beeindruckt. „Alle Momente, die ich in der wunderschönen Stadt Schäßburg zusammen mit meinen Klassenkollegen und Lehrern erlebt habe, werden für mich eine ewige Nostalgie bleiben.“
Auch Biologielehrer Adrian Balog zog eine positive Bilanz: „Dieses Wochenende hat gezeigt, wie wertvoll die Begegnungen zwischen unseren Gemeinschaften sind. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, Traditionen, Menschen und Geschichten kennenzulernen, die der deutschen Kultur in Rumänien Identität verleihen. Die Partnerschaft zwischen unseren Lyzeen ist nicht nur eine formelle Zusammenarbeit, sondern ein echter Raum für persönliches Wachstum.“





