Deutscher Botschafter in der Republik Moldau sorgt für Kopfschütteln

Chișinău/Bukarest (ADZ) – Der deutsche Botschafter in der Republik Moldau, Hubert Knirsch, ist in einen Streit um Sprache und Identität in Rumänien und der Moldau geraten. Seine aus dem Deutschen ins Rumänische verdolmetschten Äußerungen in einer Fernsehsendung wurden so ausgelegt, als würde er infrage stellen, dass Rumänien und die Republik Moldau dieselbe Sprache und Religion teilen. Knirsch war neulich im moldauischen Sender Jurnal TV über eine mögliche Vereinigung beider Staaten befragt worden. Zunächst betonte er, allein die Bürger Rumäniens und der Republik Moldau als souveräne Staaten könnten über einen solchen Schritt entscheiden. Anschließend widersprach Knirsch jedoch, dass beide Länder Sprache und Religion teilten. Es gebe Menschen, die von derselben Sprache ausgingen, andere sähen unterschiedliche Sprachen oder Religionen. Europäische Werte verlangten, die jeweilige Identität und persönliche Überzeugungen zu respektieren.

Vor allem seine Bemerkung zur Sprache stieß auf Kritik, auch weil die Verfassung der Republik Moldau Rumänisch ausdrücklich als Staatssprache festlegt. Auch die Aussage zur Religion löste Widerspruch aus: Das orthodoxe Christentum in beiden Ländern ist die mit Abstand größte Konfession. 

Scharfe Worte kamen von Dragoș Galbur, dem Vorsitzenden der Nationalen Partei in der Moldau, die eine Vereinigung mit Rumänien anstrebt. Er warf dem deutschen Botschafter vor, sowjetische Identitätsthesen zu wiederholen, mit denen die Bevölkerung östlich des Flusses Prut von Rumänien getrennt werden sollte. In Rumänien reagierte der Europaabgeordnete Rareș Bogdan pikiert. „Finger weg von unserer Identität“, rief er Knirsch auf. Für Gesprächsstoff sorgte im Kontext auch, dass Knirsch zwischen 2014 und 2018 die politische Abteilung der Botschaft in Moskau leitete und auch zwischen 2022 und 2025 dort stationiert war. Die Opposition in Georgien soll ihm außerdem als Botschafter in Tiflis zwischen 2018 und 2022 vorgeworfen haben, russische Interessen zu vertreten, berichten moldauische Medien.