Ex-PSD-Chef Liviu Dragnea verreißt eigene Partei

„Eine andere Partei splitten zu wollen, ist das Allerletzte“

Bukarest (ADZ) – Der vorbestrafte frühere PSD-Chef Liviu Dragnea ist im Gespräch mit dem Portal Helios hart ins Gericht mit seiner eigenen Partei gegangen: So warf der 63-Jährige der PSD vor, sich von Staatspräsident Nicu{or Dan in dessen Kampf gegen Liberalenchef Ilie Bolojan instrumentalisieren zu lassen – es sei „so ziemlich das Allerletzte, im internen Leben einer anderen politischen Partei mitmischen und diese sogar splitten zu wollen“, sagte Dragnea eingedenk der unter Dauerbeschuss stehenden PNL.

Der Ex-Politiker eröffnete zudem, dass zwei Mitglieder des PSD-Vorstands ihn einen Tag vor dem Koalitionsbruch besucht hätten, um ihm mitzuteilen, dass die Partei den Sturz der Restregierung unter Premier Bolojan plane. Er habe von den beiden daraufhin wissen wollen, was anstehe, sollte Bolojans Abgang nicht planmäßig verlaufen und dieser sowohl Liberalen- als auch Interims-Regierungschef bleiben. Die beiden Ex-Kollegen hätten ihm prompt versichert, dass ein derartiger Ausgang ausgeschlossen sei – man habe sich schließlich mit allen relevanten Personen, einschließlich mit Präsident Dan, abgesprochen. Er selbst habe derweil hervorgehoben, dass die Parteiführung offenkundig über „keinen Plan“ verfüge und ihr lakonisch „viel Erfolg“ gewünscht.

PSD-Chef Sorin Grindeanu sprach Dragnea dabei jegliche Führungskompetenz ab – wie schon Marcel Ciolacu verfüge auch er weder über die Fähigkeit noch die Autorität, um eine Partei wie die PSD zu führen. Grindeanu und der restliche PSD-Vorstand seien zurzeit ausschließlich auf ihr politisches Überleben und ihre persönliche Freiheit bedacht – sie seien sich nämlich nur allzu wohl bewusst, dass sie völlig schutzlos sein werden, sobald der Staatschef sie wie eine heiße Kartoffel fallen lasse, so Dragnea.