Interims-Premier appelliert an Bürger: „Bitte versuchen Sie, Strom zu sparen“

Streik im Gesundheitswesen: Ex-Ressortminister einer der „Brandstifter“

Interims-Regierungschef Ilie Bolojan | Archivfoto: gov.ro

Bukarest (ADZ) – Vor dem Hintergrund des wegen historisch niedriger Pegelstände der Donau heruntergefahrenen Reaktors des Atomkraftwerks Cernavodă hat Interims-Regierungschef Ilie Bolojan (PNL) sowohl an industrielle Großverbraucher als auch an die privaten Haushalte appelliert, nach Möglichkeiten Strom zu sparen – vor allen während der abendlichen Spitzenstunden des Stromverbrauchs, wenn das Defizit besonders hoch sei. Wegen des Ausfalls eines der beiden Reaktoren des AKW, die zusammen rund ein Fünftel des Stromverbrauchs des Landes decken, sehe sich Rumänien zurzeit genötigt, massiv Strom zu importieren – noch sei dies kein Problem, doch hätten inzwischen auch Ungarn und Bulgarien ihre AKW wegen des Donau-Niedrigwassers herunterfahren oder die Produktion drosseln müssen, Stromnachfrage und -preise in der Region würden entsprechend steigen, erläuterte der kommissarische Premierminister im Gespräch mit dem Nachrichtensender Digi 24.

Bezüglich des laufenden Streiks im Gesundheitswesen betonte Bolojan, dass dieser weitgehend durch „Lügen und Desinformation“ ausgelöst worden sei – entgegen aller Irreführungen in puncto Gesetzesvorlage über die einheitliche Entlohnung im Staatssektor werde de facto kein einziges Einkommen der im Staatsdienst Beschäftigten sinken. Zu den „Brandstiftern“, die besagten Streik zu verantworten hätten, zählte der Regierungschef auch Ex-Gesundheitsminister Alexandru Rogobete (PSD) – dieser habe sich völlig unverantwortliche Behauptungen geleistet.

Auf die wiederholte Forderung von PSD-Chef Sorin Grindeanu nach seinem umgehenden Abgang angesprochen, stellte Bolojan klar, dass aus seiner Sicht ein Rücktritt „schlichtweg fahrlässig“ wäre, solange keine neue Regierung in Amt und Würden sei.