Bukarest (ADZ) – Der frühere Regierungs- und Liberalenchef Ludovic Orban sieht PSD-Chef Sorin Grindeanu wegen der andauernden Regierungskrise schwer angezählt: Grindeanus Tage an der Spitze der PSD seien eindeutig gezählt – umfragemäßig sei die Partei unter seiner Führung auf bestenfalls 15 bis 16 Prozent abgesackt, während Grindeanu selbst bei „lächerlichen 10 bis 11 Prozent“ liege. In der PSD sei die Unzufriedenheit mit der Parteiführung mittlerweile „haushoch“, selbst wenn es bisher noch keine lautstarken Proteste gegeben habe. Durch den Koalitionsbruch habe Grindeanu die PSD in ein politisches Abenteuer ohnegleichen gestürzt – er habe nicht davor zurückgescheut, gemeinsam mit der rechtspopulistischen AUR die eigene Regierung zu stürzen oder die Ultrarechten um Stimmen für die Bestätigung des Kabinetts Veștea anzubetteln. Auch die heimlichen Absprachen mit Staatspräsident Nicușor Dan seien kaum nach dem Geschmack der Parteibasis sowie der Wählerschaft der PSD, hob Orban hervor.
Dem Staatsoberhaupt warf der frühere Spitzenliberale Realitätsfremde vor: Dan jage einer Illusion nach, de facto könne die verblichene Koalition nämlich nicht mehr wiederbelebt werden, da „der PSD niemand mehr vertraut“. Es sei für PNL, USR und den UDMR schlichtweg unmöglich, den Sozialdemokraten noch Vertrauen entgegenzubringen, nachdem diese einen Misstrauensantrag gegen die eigenen Koalitionspartner eingebracht hätten. Präsident Dan verhalte sich seit Beginn der Regierungskrise irrational und weigere sich einzusehen, dass deren demokratischste Lösung vorgezogene Neuwahlen seien. Der Staatschef müsse letztere zumindest androhen, wenn er eine neue Regierung vom Parlament bestätigt sehen wolle, fügte Dans ehemaliger Präsidialberater hinzu.





