NATO-Gipfel in Ankara: Ein Stresstest für die Alliierten

Rumänien wird durch Staatspräsident Nicușor Dan vertreten

Ankara/Brüssel (ADZ/dpa) – Für die 32 Mitgliedstaaten des Verteidigungsbündnisses wird der für den heutigen Dienstag in Ankara agesetzte NATO-Gipfel zu einem Stresstest ohnegleichen: Einerseits gilt es, die Geschlossenheit der Alliierten unter Beweis zu stellen und einen Eklat mit US-Präsident Donald Trump zu vermeiden, andererseits sollen die Verteidigungsfähigkeit und die europäische Rolle innerhalb der NATO gestärkt sowie die Unterstützung der Ukraine bekräftigt werden. Rumänien wird auf dem zweitägigen Gipfeltreffen in der türkischen Hauptstadt durch Staatspräsident Nicușor Dan vertreten.

Kurz vor dem Gipfel hatte Donald Trump abermals Zweifel an der Bündnistreue der USA wegen der aus seiner Sicht zu niedrigen Verteidigungsausgaben der NATO-Partner gesät: Es wäre „lächerlich“, die „einseitige“ Beziehung zu den Alliierten fortzusetzen, schrieb Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social. Auch hatte sich der US-Präsident zunehmend verärgert über das Verhalten der europäischen Verbündeten gezeigt: „Sie waren nicht für uns da!!!“, rügte er jüngst in puncto Iran-Krieg. 

Entsprechend ist man sich in der NATO einig, dass die europäischen Alliierten beim Gipfeltreffen in Ankara deutlich mehr Verantwortung für die Verteidigung und Abschreckung ihres Kontinents übernehmen müssen – gemäß dem Motto „Ein stärkeres Europa in einer stärkeren NATO“.

Rumänien will im Rahmen des NATO-Gipfeltreffens nach Angaben des Präsidialamtes angesichts des andauernden russischen Angriffskrieg in der Ukraine und seiner schwerwiegenden Folgen in der gesamten Region auf einen stetigen Ausbau der Verteidigungs- und Abschreckungskapazitäten der NATO an ihrer Ostflanke sowie im Schwarzmeerraum, allen voran auf eine Konsolidierung der Luft- und Seeverteidigung, drängen.