Trotz allen Zoffs: Bolojan schließt neue Koalition mit der PSD nicht aus

Allerdings nur, wenn sie sich Reformen auf die Fahnen schreibt

Bukarest (ADZ) - Der allseits als potenzieller Premierminister umworbene liberale Kreisratschef von Bihor, Ilie Bolojan, schlüpft diese Tage zunehmend in die Rolle des Parteichefs – ein deutliches Zeichen dafür, dass Nicolae Ciucăs Tage als PNL-Vorsitzender im Fall einer Wahlniederlage im anstehenden Präsidentenrennen gezählt sein dürften. 

So betonte Bolojan auf einer Pressekonferenz, dass man nicht immer mit jemandem koalieren könne, der einem ideologisch nahe stehe oder den man als kompatibel erachte – letztlich bestimme die Wählerschaft an den Wahlurnen weitgehend, welche politische Konfigurationen möglich seien, um eine stabile Mehrheit zu erreichen. Entsprechend könne er eine künftige Koalition mit der PSD zwar nicht ausschließen, allerdings werde es bloß dann dazu kommen, wenn sich besagte Koalition Reformen auf die Fahnen schreibe – ansonsten nicht. Für die PNL wäre es natürlich „nicht schlecht“, auch künftig am Regierungstisch Platz nehmen zu können, doch habe er kein Problem damit, wenn die Partei zur Abwechslung in den kommenden Jahren die Oppositionsbank drücken müsste, fügte Bolojan hinzu. 

Seiner eigenen Partei legte Bolojan ans Herz, sich künftig vermehrt für „eine Entwicklungsvision, für Projekte und Werte“ und weniger für „hohe Ämter“ stark zu machen – ein Minister- oder Staatssekretärsposten mehr oder weniger spiele letzten Endes keine Rolle, dafür würden Wählerinnen und Wähler indes garantiert zur Kenntnis nehmen, wenn man die eigenen Projekte ernsthaft verfolge, auf Koalitionsebene durch- und schließlich auch umsetzen könne – das sei der beste Weg, um der Gemeinschaft, in der man lebe, sowie der Wählerschaft im Allgemeinen Respekt entgegenzubringen, sagte der liberale Spitzenpolitiker.