„Memento“: Reinhardt Schuster stellt in Kronstadt aus

Reinhardt Schuster bei der Ausstellungseröffnung im Teutsch-Haus Hermannstadt Foto: Roger Pârvu

Die Ausstellung „Memento“ mit Gemälden des aus Brenndorf stammenden Künstlers Reinhardt Schuster wird vom 10. bis zum 30.Juni im Multikulturellen Zentrum der Transilvania-Universität (Rudolfsring  Nr. 29) in Kronstadt gezeigt.

Die Eröffnung findet am 10. Juni um 18.00 Uhr in Anwesenheit des Künstlers statt, die Einführung hält Dr. Radu Popica vom Kronstädter Kunstmuseum. Entstanden in den letzten vier Jahrzehnten, erinnern die Bilder an verschiedene Ereignisse, die in diesem Zeitraum stattfanden. Der Maler hat eine unverwechselbare Handschrift und gehört zu bedeutendsten zeitgenössischen Künstlern der Siebenbürger Sachsen.

„Stets hinterfangen von dem Wesen der Poesie“
Reinhardt Schuster wurde am 1. September 1936 in Brenndorf geboren. Ersten Kunstunterricht erhielt er schon 1952, während der Schulzeit, bei Hans Mattis-Teutsch, der Franz Marc sowie den avantgardistischen Künstlergruppen „Der Sturm“ und „A bis Z“ nahe stand und in Rumänien ein konsequenter Wegbereiter der Moderne war. Von 1953 bis 1957 besuchte Schuster das Kunstlyzeum in Bukarest und studierte von 1958 bis 1964 Malerei an der dortigen Kunstakademie „Nicolae Grigorescu“. Prägend für ihn war die Begegnung mit der rumänischen und – den Zeitumständen entsprechend in begrenztem Maß – internationalen Moderne.

Beginnend mit 1967 machte sich der Brenndörer in der rumänischen Hauptstadt als freischaffender Künstler einen Namen. Dabei schaffte er es, die Schranken des sozialistischen Realismus zu umgehen, seinem künstlerischen Credo und seiner eigenen Ausdrucksweise treu zu bleiben. „Reinhardt Schusters elaborierte künstlerische Sprache saugt geradezu die Strömungen der europäischen Kunstentfaltung der 1950er bis 1970er Jahre auf. Daraus schöpft sie auch ihre Höhepunkte. Sie geht dabei keinen konsequent radikalen Weg in die rein geometrische oder farbexpressionistische Abstraktion, wie das etwa bei Günther C. Kirchberger der Fall ist. Die eine oder andere Richtung taucht als Echo in seinen Gemälden auf und wird zur unverwechselbar eigenen Handschrift. So manches wird hierbei zusammengeführt und stets hinterfangen von dem Wesen der Poesie: Lyrik und Winkelmaß“, beschreibt Dr. Irmgard  Sedler die künstlerische Welt des Malers. 

Ausstellungen von Hermannstadt bis Tokyo 
 1983 reiste Schuster in die Bundesrepublik Deutschland. In Düsseldorf leitete er von 1985 bis 2004 den Kurs Malerei am LernortStudio. Er nahm an zahlreichen Gruppenausstellungen teil und hatte Einzelausstellungen in Bukarest, Kronstadt, Hermannstadt, Temeswar, Düsseldorf, Berlin, Frankfurt a.M., München, Bonn, Rom, London, Tokio und Bern. Vor allem von seinen Farben geht eine raumfüllende Klangwirkung aus. Für Beliebigkeit ist kein Platz, alles geschieht bewusst und durchdacht. Die Bilder entstehen nicht im Schnellverfahren, auch wenn sie aus wenigen einfachen Bildelementen zusammengesetzt sind. Heute hat der Künstler seinen Wohnsitz in Bonn und ist weiterhin künstlerisch aktiv. Neuerdings präsentiert er sich auch auf einer eigenen Internetseite unter www.reinhardt-schuster.info. 
Die Ausstellung in Kronstadt ist montags bis freitags (14.00-20.00 Uhr) geöffnet, der Eintritt ist kostenlos. Partner der Ausstellung sind die „Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“ (HOG Brenndorf) und das Begegnungs- und Kulturzentrum „Friedrich Teutsch“ in Hermannstadt.