„Nichts ist unmöglich für den, der es versucht“

DSD-Diplome in feierlichem Rahmen verliehen

Jimmy Cornell hielt genau 70 Jahre nach Abschluss der Honterusschule eine kurze Motivationsrede für die DSD-Absolventen, deren Lehrer und Eltern auf der Bühne der Redoute. | Foto: die Verfasserin

Am 22. Mai erhielten 110 Schüler des Johannes-Honterus-Nationalkollegs und des Dr. Ioan Meșotă-Nationalkollegs ihre DSD-II-Sprachdiplome, mit denen sie weltweit Deutschkenntnisse nachweisen können. Weitere 36 Schüler der beiden Kollegs wurden mit Teilleistungsbescheinigungen belohnt.

Die Schüler vom Honteruskolleg lernen Deutsch als Muttersprache, während am Meșotă-Nationalkolleg Deutsch als Fremdsprache im Gymnasium unterrichtet und im Lyzeum Bilingualunterricht vertieft wird. Die jahrelangen Bemühungen der Schüler, die ihre Deutschkenntnisse vielfach bereits seit dem Kindergarten kontinuierlich ausbauen, wurde bei der feierlichen Urkundenverleihung in der Redoute gewürdigt.

Sprache schafft Perspektiven

Annette Richter-Jutt, ZfA-Fachberaterin in Hermannstadt, gratulierte den zahlreichen Absolventen zur erfolgreich bestandenen anspruchsvollen Prüfung und unterstrich die Bedeutung des Diploms. „Dies ist nicht nur ein Stück Papier”, sagte sie. Die Urkunde eröffne vielfältige Zukunftsperspektiven, etwa ein Studium im deutschsprachigen Raum oder eine Tätigkeit in einem deutschsprachigen Unternehmen.

Sie beglückwünschte auch die Lehrkräfte und Eltern, die die Schüler in ihrem Bildungsprozess unterstützt hatten, sowie die Schulleitung der Honterusschule, die dieses Projekt seit nunmehr 31 Jahren fördert. Die Schule gehört zu den ersten des Landes, die ihren Schülern die Möglichkeit boten, ihre Deutschkenntnisse auszubauen, andere Kulturen kennenzulernen, Brücken zwischen Menschen und Kulturen zu schlagen und neue Perspektiven zu erkunden.

Weltberühmter 86-jähriger Absolvent

Ermutigend war auch die Ansprache von Jimmy Cornell, einer lebenden Legende des internationalen Segelsports. Der gebürtige Kronstädter gilt als einer der bedeutendsten Segler der Welt und war der erste Rumäne, der die Erde mit einem kleinen Segelboot umrundete. Der im Guinness-Buch der Rekorde verzeichnete Abenteurer berichtete von seinen außergewöhnlichen Reisen und Erlebnissen sowie von seiner Tätigkeit für die rumänische Abteilung der BBC in London und hat diese in mehreren Büchern zusammengefasst.

Jimmy Cornell, der vor genau 70 Jahren die Honterusschule, damals Schule Nr. 23., absolvierte, lobte seine ehemalige Lehranstalt und seine Lehrer. Einen wesentlichen Teil seines späteren Erfolgs, sagte er, verdanke er ihrer Ausbildung und den vermittelten Werten. 

„Sie haben mir die deutsche Disziplin beigebracht: was ich anfange, das bringe ich auch zu Ende, wenn möglich erfolgreich. Von ihnen habe ich Ehrlichkeit und Durchhaltevermögen gelernt”, erklärte der 86-Jährige auf der Bühne der Redoute.

Seine Botschaft für die jungen Menschen lautete: „Nichts ist unmöglich für den, der es versucht.“ (Alexander der Große). Dieses Motto begleite ihn sein Leben lang und habe ihm geholfen, schwierige Zeiten oder Krisen durch Ausdauer und Willenskraft zu überwinden. Cornell ist eigens aus London, wo er seit Jahrzehnten wohnt, nach Kronstadt gereist, um den Zwölftklässlern sein erfolgreichstes Buch „Mein Leben unter Segel” zu schenken und zu signieren. Neben dem Buch über das spannende Leben und die unglaublichen Abenteuer des Seglers erhielten die Zwölftklässler, sowie die Schüler der elften Klassen von Jürgen Burkert, Fachschaftsberater der Zentralstelle für Auslandsschulwesen (ZfA) in Kronstadt und Organisator der Festlichkeit, eine symbolische Schultüte mit Süßigkeiten und kleinen Erinnerungsstücken.

Auf der Bühne wurde den Deutsch-Lehrerinnen der beiden Nationalkollegs (Gabriela Adam, Carmen Gall, Anina Micleru-Șoană, Loredana Rădulescu und Anca Tudose vom Honterus-Nationalkolleg sowie Beate Greif und Adriana Rotaru vom Meșotă-Nationalkolleg) mit einer Aufmerksamkeit gedankt.