29 Bären im Kreis Maramuresch zum Abschuss freigegeben

Neustadt – Im Jahr 2026 sollen im Kreis Maramuresch insgesamt 29 Braunbären erlegt werden – so viele wie lange nicht mehr. Grundlage ist ein neuer Gesetzesrahmen, der die Abschussquote im Vergleich zu den Vorjahren massiv anhebt.

Noch 2024 und 2025 lag die Quote bei jeweils nur vier Tieren. Nun hat sich die Zahl mehr als versiebenfacht. Begründet wird dieser Schritt vom Umweltministerium mit einer stark gewachsenen Bärenpopulation. Nach aktuellen Schätzungen leben in Rumänien zwischen 10.400 und knapp 12.800 Braunbären – rund dreimal so viele, wie Fachleute für ökologisch vertretbar halten.

Mit der steigenden Population wächst auch die Zahl der Zwischenfälle. Offiziellen Angaben zufolge kamen in den vergangenen 20 Jahren landesweit 26 Menschen durch Bären ums Leben, 274 wurden verletzt. Jahr für Jahr gehen zudem tausende Notrufe ein, weil sich Tiere in der Nähe von Siedlungen aufhalten oder sogar in Ortschaften eindringen.

Auch wirtschaftlich ist die Situation angespannt. Das staatliche Budget für Entschädigungen bei Schäden durch geschützte Tierarten – vor allem durch Bären – ist bereits ausgeschöpft. Über 21 Millionen Lei waren für vier Jahre vorgesehen.
Die neue Regelung sieht vor, dass die 29 Bären aus insgesamt 28 Jagdrevieren entnommen werden. In einem Revier – Țibleș – dürfen zwei Tiere erlegt werden, in allen anderen jeweils eines.

Gleichzeitig enthält das Gesetz auch Schutzbestimmungen: Bärinnen mit Jungtieren unter zwei Jahren dürfen nicht geschossen werden. Damit soll verhindert werden, dass die Population unkontrolliert destabilisiert wird.

Die Maßnahmen im Kreis sind Teil einer umfassenderen Strategie auf nationaler Ebene. Insgesamt hat Rumänien für 2026 den Abschuss von 859 Bären zur Prävention sowie von weiteren 110 Tieren in akuten Problemfällen genehmigt. Besonders betroffen sind neben dem Kreis Maramuresch auch die Kreise Harghita, Covasna, Kronstadt/Brașov und Mieresch/Mureș.

Die Entscheidung bleibt nicht unumstritten. Während Behörden auf die Sicherheit der Bevölkerung und den steigenden Druck durch die wachsende Bärenpopulation verweisen, mahnen Naturschützer zu einem ausgewogenen Umgang mit der streng geschützten Art.