Augenblicke des Erinnerns an Papst Franziskus

Erinnerungen an den Besuch von Papst Franziskus in Blasendorf am 2. Juni 2019

Am 21. April jährte sich zum ersten Mal der Todestag von Papst Franziskus (*Jorge Mario Bergoglio, 17. Dezember 1936, Buenos Aires – †21. April 2025, Vatikan). Das gab dem Kultur- und Erwachsenenbildungsverein „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“ und dem Demokratischen Forum der Banater Berglanddeutschen Anlass, im Deutschen Jugend-, Dokumentations- und Kulturzentrum / in der Deutschen „Alexander Tietz“-Bibliothek eine Philatelie- und Buch-Ausstellung „In Memoriam Papst Franziskus“ aus der Sammlung des DFBB-Vorsitzenden zu organisieren.

In diesen Tagen erinnere ich mich persönlich an meine Teilnahme an der Göttlichen Liturgie am 2. Juni 2019 in Blasendorf, mit Papst Franziskus. In der Folge wiederhole ich meinen Beitrag von damals, im Juni 2019.

… Am 2. Juni führten mich meine Wege nach Blasendorf/Blaj, dem geistigen Zentrum der griechisch-katholischen Kirche Rumäniens, Sitz des Großerzbistums von Karlsburg und Fogarasch, am jenem Tag, als Papst Franziskus, in Konzelebration mit Kardinälen, Erzbischöfen, Bischöfen und Pfarrern der griechisch- und römisch-katholischen Kirche, die Heilige und Göttliche Liturgie hielt. Im Mittelpunkt stand die Seligsprechung der sieben Märtyrerbischöfe der griechisch-katholischen Kirche Rumäniens, Valeriu Traian Fren]iu, Iuliu Hossu, Alexandru Rusu, Ioan Bălan, Ioan Suciu, Vasile Aftenie und Tit Liviu Chinezu. Einer davon, Dr. Valeriu Traian Frențiu, ist der einzige bis jetzt in Reschitza geborene Bischof, nun auch der erste, der selig gesprochen wurde.

Es war knapp 3 Uhr morgens, als wir von Reschitza am Sonntagmorgen, dem 2. Juni, abfuhren und nach dreieinhalb Stunden Fahrt erreichten wir im Morgengrauen das geistige Zentrum der griechisch-katholischen Rumänen in der Mitte Siebenbürgens, Blasendorf, nun auch für diesen Tag Mittelpunkt der katholischen Kirche Rumäniens und nicht nur, ein Städtchen mit etwa 20.000 Einwohnern.

Bereits nach Karlsburg/Alba Iulia fuhren wir in Kolonnen, denn zahlreiche Busse und Pkws fuhren in dieselbe Richtung wie wir. Bei der Einfahrt in die Stadt wurden wir von zahlreichen Polizisten in die Parkplätze eingewiesen. Es folgte eine etwa einstündige Wanderung vom Parkplatz, wo wir den Pkw ließen, bis ins Zentrum von Blasendorf, Platz 1848, benannt nach der Revolution aus diesem Jahr, im Kern der Stadt, wo sich auch die Erzkathedrale befindet, gelegen.

Nach einem Besuch des Inneren der Kathedrale (hier besichtigten wir die Sonderausstellung über Leben, Werk und Martyrium der sieben Bischöfe), erlangten wir nach noch einer halbstündigen Wanderung das Freiheitsfeld/Câmpia Libertății, Ort der Liturgie. An diesem Ort fanden in den Revolutionswirren 1848 zwei Versammlungen der Rumänen Siebenbürgens statt, bei einer war auch der siebenbürgisch-sächsische Pfarrer Stephan Ludwig Roth anwesend (eine Büste des Pfarrers erinnert hier daran).

Es war etwa 8 Uhr und es wimmelte schon von Menschen in Erwartung des großen Ereignisses. Etwa über 100.000 Menschen waren, laut den offiziellen Informationen, auf dem Freiheitsfeld, vom Staatspräsidenten bis zum Bauernsohn, von Groß bis Klein, aus dem ganzen Land, aber auch aus dem Ausland anwesend, als Papst Franziskus mit seinem Papamobil durch den Haupteingang hineinfuhr und die Anwesenden begrüßte.

Im ersten Teil der Heiligen und Göttlichen Liturgie (so der offizielle Name des Gottesdienstes der griechisch-katholischen Kirche) fand die Zeremonie der Seligsprechung statt. Hauptakteure darin waren Papst Franziskus und Lucian Kardinal Mureșan, Großerzbischof von Blasendorf.

Nach der festlichen Seligsprechung folgte die Liturgie ihrem üblichen Verlauf. Die Predigt hielt Papst Franziskus. Zum Schluss folgten der Papstsegen und Dankesworte des Pontifex Maximus für die drei in Rumänien verbrachten einmaligen Tage.

Die Wetterprognose sagte schon Tage davor, dass Schlechtwetter sein wird, mit Regen und Sturm. So waren wir mit Schirmen und leichten Regenmänteln bewaffnet. Doch die zweistündige Liturgie wurde, obwohl es am Morgen nicht so aussah, im Sonnenschein, bei 25 Grad Celsius zelebriert. Ein Wunder?

Beim Schlusssegen hielt ich eine Malerei der Reschitzaer Künstlerin Viorica Ana Farkas, Mitglied des Malkreises „Deutsche Kunst Reschitza“ des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen in den Händen, die ein Porträt des griechisch-katholischen Märtyrerbischofs Dr. Valeriu Traian Frențiu darstellt und ab nun das Deutsche „Alexander Tietz“-Zentrum schmücken wird, auch erinnernd an diesen einmaligen Tag, auch für mich persönlich.

Das Papamobil fuhr wieder durch die Menge von Menschen, die ihm zujubelte, in Dankbarkeit für und Freude über das, was an diesem Tag einmalig im Leben eines Menschen geschah.

20 Jahre, nachdem ich in Bukarest, im Park Izvor an der Heiligen Messe mit Papst Johannes Paul II. teilnehmen konnte, war es mir gegönnt, wieder an einer päpstlichen Liturgie in unserem Lande teilzunehmen. Ergriffen, mit vielen Erinnerungen fuhren wir wieder nach Hause, unsere Gedanken aber werden noch lange in Blasendorf verweilen, besonders bei der Einfachheit des Papstes, bei seinen ergreifenden Worten, aber auch bei den vielen Gesichtern, denen ich begegnete, die Dankbarkeit, Freude und Zufriedenheit ausstrahlten. …

Ja, das waren meine niedergeschriebenen Erinnerungen von damals, 2019, an Papst Franziskus. Sicher gab es für mich noch im Laufe der Jahre einige weitere Erinnerungen an Begegnungen mit Papst Franziskus in Rom. Aber die in Blasendorf war für mich die Bleibendeste…