Bekommt Bukarest eine S-Bahn?

Ein Zug fährt im Bukarester Nordbahnhof sein. Womöglich wird ab 2030 auch eine S-Bahn in diesem halten. | Symbolfoto: Valentin Brendler

Bukarest – Die rumänische Hauptstadt ist für ihr Verkehrschaos bekannt. Vor und nach den üblichen Arbeitszeiten ist die Stadt zumeist verstopft. Dem soll eine neue S-Bahn-Linie, die in den Norden von Bukarest und darüber hinaus führt, Abhilfe schaffen.

Die Idee geht zurück auf Nicușor Dan, als dieser noch Bürgermeister von Bukarest war. Die Vorteile waren schon damals offensichtlich: Durch eine S-Bahn könnte es weniger Verkehr geben. Dadurch könnten Pendler auf die Bahn zurückgreifen und müssten weniger für Sprit zahlen und im überfüllten Bukarest wären ein paar Autos weniger unterwegs. Außerdem bietet es natürlich Menschen, die kein Auto haben, die Möglichkeit, in die Hauptstadt zu fahren.

Die Strecke soll vom Bukarester Nordbahnhof über Chitila in den Norden nach Crivina führen, wie die Stadtverwaltung auf Facebook mitteilt. Die Bahn hält an 13 Bahnhöfen, wovon zwei neu gebaut werden sollen (Chitila 2 und Buciumeni). Das zeigt auch schon: Die Strecke ist eigentlich gar nicht wirklich neu: Die Gleise liegen bereits. Jedoch sollen die einzelnen Bahnhöfe erneuert, Parkplätze gebaut und Züge angeschafft werden. Außerdem soll die S-Bahn deutlich öfter fahren, als es die aktuellen Züge tun.

Die geschätzten Gesamtinvestitionen belaufen sich auf über 1,5 Milliarden Lei (inklusive Mehrwertsteuer) bzw. rund 304 Millionen Euro. 85 Prozent der Kosten sollen mit EU-Fördermitteln bezahlt werden, 13 Prozent aus dem Staatshaushalt (Ministerium für Verkehr und Infrastruktur) und 2 Prozent aus Eigenmitteln der Verkehrsbetriebe entlang der Strecke (Rathaus Sektor 1 und Ilfov). Die EU-Anträge werden jetzt aber erst gestellt. Zwar wurden bereits einige Genehmigungen und eine Machbarkeitsstudie erstellt und genehmigt, jedoch sind die Gelder noch nicht sicher.

Sollte dies alles klappen und die Arbeiten zeitnah beginnen, soll die Strecke im Jahre 2030 fertiggestellt sein. Jedoch berichtet die Nachrichtenseite Buletin de București, dass es Verzögerungen bei der Beantragung der EU-Gelder gebe, wegen „der Unfähigkeit, vollständige Unterlagen vorzulegen“. So oder so darf in Rumänien stets bezweifelt werden, ob das Projekt laut Plan, also 2030, fertig sein wird.