Alzen – Ultramarinblau ist seine unbestrittene Lieblingsfarbe, womit er auch die Torwand und einen Flügel des Interethnischen Museums vom Harbachtal/Muzeul Interetnic al Văii Hârtibaciului in Alzen/Alțîna angestrichen hat, von der Innenraum-Gestaltung ganz zu schweigen. Eine kostengünstige Nuance, die sehr gut zum Braun alter bis sehr alter Dachziegeln passt, und von Ötefan Vaida schon seit über 20 Jahren mit nicht zu vernachlässigendem Erfolg beworben wird. Ganze elf Jahre Arbeit und Geduld haben er und sein Bruder Eugen Vaida in die Restaurierung eines rumänischen Bauernhauses deutlich beschädigten Zustands investiert und sich dabei von Architekt sowie Siebenbürgen-Kenner Jan Hülsemann aus Deutschland beraten lassen. Auch und gerade als Vorzeigeort für touristische Brunch-Veranstaltungen und Besichtigungen von Alzen hat sich das Interethnische Museum des Harbachtals längst bestätigt. Und Samstag in Kürze, am 5. April, eröffnet Restaurator Ștefan Vaida, der in all den Jahren bisher nicht nur volkstümliche Kleidung, Textilien und Möbel, sondern auch jede Menge Praxis-Erfahrung auf alten Häuserdächern gesammelt hat, nachmittags um 17 Uhr eine Ausstellung von Dachziegeln der Zeitspanne von 1850 bis 1950. Weil er sich auf 1839 als Baujahr des Bauernhauses beruft, worin das Interethnische Museum vom Harbachtal seinen Besuchern zur Verfügung steht, hat ihm die Detail-Versessenheit auch beim Finden eines geeigneten Titels für die Ziegel-Expo die beiden Schlagwörter schlechthin angezeigt: „Obsesia Datării“ ist deckungsgleich mit dem Credo von Fachmann Ștefan Vaida, der sich in einem kurzen Dokumentarfilm von Diana Iabrașu dafür ausspricht, „besser ein vom Zahn der Zeit und Nicht-Wohnen angefressenes Haus zu restaurieren als eines, das misshandelt wurde. Ich fühle wirklich Freude, an etwas sehr Kaputtem und Zerstörtem zu arbeiten und ihm wieder zu Glanz zu verhelfen.“