Dacia-Kino bleibt weiter geschlossen

Stadt fordert 11,6 Millionen Lei und bereitet neue Ausschreibung vor

Temeswar – Das Temeswarer Dacia-Kino bleibt weiterhin geschlossen. Fast vier Jahre nach dem ursprünglich vereinbarten Fertigstellungstermin fordert die Stadtverwaltung vor Gericht Vertragsstrafen in Höhe von 11,6 Millionen Lei von dem Bauunternehmen, das die Arbeiten abgebrochen hatte. Zugleich bereitet das Bürgermeisteramt eine neue Ausschreibung zur Fertigstellung der Investition vor. Das Dacia-Kino im Dacia/Circumvalațiunii-Viertel sollte eines der ersten ehemaligen Stadtteilkinos sein, die von der Stadt Temeswar übernommen, saniert und wiedereröffnet werden. Die Arbeiten hätten 2022 abgeschlossen sein sollen. Der Auftragnehmer hielt den Zeitplan jedoch nicht ein und gab die Baustelle 2024 schließlich auf. Nach Angaben der Stadt waren die Arbeiten zu diesem Zeitpunkt zu rund 80 Prozent ausgeführt.

Die Stadt fordert nun vor dem Temescher Gericht Vertragsstrafen für die Firma T.T. & CO Solaria Grup. Parallel dazu läuft ein technisches Gutachten, das den genauen Stand der Arbeiten und die noch auszuführenden Leistungen feststellen soll. Auf dieser Grundlage will die Stadt eine neue Vergabe einleiten, damit das Kino fertiggestellt und wieder geöffnet werden kann. Der Sanierungsvertrag war im März 2021 unterzeichnet worden. Den Zuschlag erhielt damals die Bietergemeinschaft TT & Solaria Grup – Euras. Für die Arbeiten standen 13,7 Millionen Lei einschließlich Mehrwertsteuer zur Verfügung; vergeben wurde der Auftrag für 12,38 Millionen Lei.

Obwohl ein großer Teil der Arbeiten ausgeführt wurde, fehlt im Inneren noch Wesentliches. Nach Angaben der Stadt wurden unter anderem die Beleuchtungskörper nicht montiert, die Innenräume nicht gestrichen, die Sitze und der Teppichboden im Vorführsaal nicht eingebaut und die Wandverkleidungen nicht angebracht. Auch in den Sanitärbereichen fehlen noch Waschbecken, Toiletten, Fliesen und weitere Ausstattungen. Bürgermeister Dominic Fritz hatte im Frühjahr vergangenen Jahres scharfe Kritik an dem Unternehmen geübt. Damals wurde die Firma auch von der Lokalpolizei wegen der Verschmutzung im Umfeld der Baustelle bestraft.

Die Stadtverwaltung hatte gegen Solaria bereits zuvor sogenannte Negativbescheinigungen ausgestellt, die ein Unternehmen von öffentlichen Aufträgen ausschließen können. Die erste wurde im Sommer 2022 erlassen, nachdem die Firma im Zusammenhang mit der Sanierung des Lenau-Lyzeums eine falsche Versicherung vorgelegt haben soll. Eine zweite folgte im Frühjahr 2024 wegen der Aufgabe der Baustelle an der Allgemeinschule Nr. 30. Dort wurde der Vertrag gekündigt; zudem wurden Vertragsstrafen in Höhe von 2,7 Millionen Lei verhängt. Das Unternehmen zog dagegen vor Gericht, verlor jedoch im September 2024 rechtskräftig.

Nach Darstellung der Stadt könnte die Firma damit für drei Jahre von öffentlichen Aufträgen ausgeschlossen sein. Das Rathaus will das Dacia-Kino dennoch fertigstellen. Nach vier bereits wiedereröffneten städtischen Kinos soll auch dieser Standort wieder nutzbar gemacht werden.