Hermannstadt – Smalltalk hätte Dana Fabini (63) sich gar nicht gewünscht, gab sie auf der Vernissage ihrer Ausstellung „Inscript“ früh am Mittwochabend, dem 3. Juni, im Brukenthalpalais zu, und glücklicherweise konnte es auch schwerlich dazu kommen. An den Fingern nur zweier Hände waren die Zuschauer abzuzählen, und Fachkraft Alexandra Runcan versprach in kleiner wie entspannter Runde einen Artist-Talk mit der Künstlerin sehr bald während des Internationalen Theaterfestivals Hermannstadt/Sibiu (FITS). Zwar hatte sich das Museum ein wenig zu lange Zeit für das rechtzeitige Hinweisen auf die Arbeiten von Dana Fabini gelassen, doch stehen sie Einheimischen und Gästen noch bis Sonnabend, den 18. Juli, zur Besichtigung frei. Das wegen erheblicher Unterbesetzung nicht nur am Montag, sondern auch dienstags für seinen Publikumsverkehr geschlossene Brukenthalmuseum weiß die kurzfristig leider kaum wahrgenommene Präsentation wettzumachen. Dana Fabini zudem ist dankbar dafür, nach einer Vorstellung sämtlicher Optionen den Raum selber ausgesucht und gar auch ein paar Zeilen ihrer eigenen Prosadichtungen in die Farbschicht der von innen zum Verhindern von Sonnenlichteinfall grau bestrichenen Fensterscheiben eingeritzt haben zu dürfen. Als am Brukenthalmuseum Exponierende konnte sie selbst den Termin ansetzen. Eingriffe, die „nicht immer erlaubt“ wären.
„Ich weiß nicht, ob unser Platz auf der Landkarte für das, was uns geschieht, noch so wichtig ist“, schlussfolgerte Alexandra Runcan mit Blick auf die Globalisierung auch in der bildenden Kunst. Dem Teilraum allerdings, wo aktuell Dana Fabini ausstellt, ist es nicht zu nehmen, von 1892 bis 1927 Büro von Kustos Michael Csaki gewesen zu sein. Aber auch Fabinis kreisrunde Arbeiten haben durchaus das Zeug, sich in das Gedächtnis der Museumsgänger einzugraben, wo ihre Entsprechung zu Petrischalen nicht bloß von der runden Form herrührt. Die Wortfetzen und Textzeilen, vom Spiel mit den Farben mal bewusst abgeschwächt, hervorgehoben oder eliminiert, spüren unstet einer Sache nach, die Runcan als „inneres Exil“ benennt. Im Berufsalltag unterrichtet Dana Fabini als habilitierte Professorin an der Universität für Künste und Design in Klausenburg/Cluj (UAD), und in ihrer ständigen Wahlheimat Deutschland künstlerisch zuhause ist sie genauso. Sonderdank für alle Hilfe beim Aufbereiten der bis zu 25 Jahre alten Exponate von „Inscript“ im Brukenthalpalais gilt den Klausenburger Kollegen Andrei Budescu und Florin-Sebastian Zanga, und das letzte von drei an Ort und Stelle rezitierten Prosa-Gedichten – aus eigener Hand selbstverständlich – widmete Dana Fabini Alexandra Runcan zur Antwort auf ihre zuvorkommenden Ausführungen.





