Hermannstadt – Ein „alter, neuer Raum“ eröffne heute wieder seine Türen für Kulturveranstaltungen, so Gabriel Tischer, Vorstandsvorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt (DFDH) anlässlich der Vernissage zur neuen Ausstellung „Bewahrte Erinnerungen. Lebendige Geschichte“/„Amintiri păstrate. Istorie vie“. Nach langer Renovierungsphase konnte der Kleine Spiegelsaal des Hermannstädter Forums nun mit dieser besonderen Ausstellung wieder eingeweiht werden.
Besonders auch deshalb, weil sie ein Gemeinschaftsprojekt darstellt: denn die Exponate entstammen alle dem Besitz von Privatleuten aus Hermannstadt und Umgebung. Trachten, Möbelstücke, eine große Fotowand mit Schwarz-Weiß-Aufnahmen, eine Landler- und eine Patriziertracht, ein Gemälde des Malers Hans Hermann und viele weitere Alltagsgegenstände sind in den kommenden Monaten hier zu besichtigen.
Initiatorin Gertrud Krech, stellvertretende Vorsitzende des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt (DFDH) und zuständig für den Bereich Kultur, erläuterte die Entstehungsgeschichte zur Ausstellung. Die Idee nahm bereits 2019 Form an: Ausgehend von einem Vortrag im Rahmen des Formats „Offener Raum für Workshops, Ausstellungen und Musik“/„Spațiul Creativ“, das verschiedene Handwerkstechniken, wie Möbelmalerei, sächsische Keramikgestaltung sowie siebenbürgisch-sächsische Bräuche und Traditionen behandelt – kooperierte das Forum mit dem ASTRA-Freilichtmuseum. Hieraus entstand schließlich die Idee zu einer Ausstellung: Ziel sei es, das materielle Erbe der Siebenbürger Sachsen und Landler in den Vordergrund zu rücken und die Bewahrung der Traditionen und Bräuche zu fördern, so Krech in ihrer Rede.
Die neue Ausstellung sei dem siebenbürgisch-sächsischen Kulturerbe gewidmet, betonte Gabriel Tischer zu Beginn seiner Rede: „Kulturerbe bedeutet nicht nur historische Gebäude und Objekte, sondern es bedeutet auch Erinnerungen. Erinnerungen an die Familien, die vor uns gelebt haben, an ihre Lebensweise, ihre Arbeit, ihren Sinn für das Schöne, an ihre Kreativität. Unsere Aufgabe ist es, dieses Erbe anzunehmen, es zu bewahren und weiter zu geben an die nächsten Generationen.“ Denn nur durch das Wachhalten der Erinnerungen bleibe auch die eigene Identität erhalten, führte Tischer weiter aus.
Vorsicht, Aufmerksamkeit, Verständnis und Respekt seien nötig, damit eine solche Ausstellung entstehen könne – sowohl von denjenigen, die das Kulturerbe in Form von Objekten in ihren vier Wänden bewahrten und nun zur Verfügung gestellt hätten, als auch von jenen, die die Ausstellung kuratierten, sagte Mirela Crețu, stellvertretende Direktorin des ASTRA-Freilichtmuseums. Es sei sicherlich nicht einfach gewesen, die Objekte zur Verfügung zu stellen, denn hinter jedem Gegenstand stecke eine persönliche Geschichte und sei auch Bestandteil des eigenen Lebens. Mit dieser Ausstellung entwickle ein Objekt jedoch Repräsentativität für die gesamte Gemeinschaft.
Das Ausstellungskonzept wurde ausgehend von den bereitgestellten Objekten aus den Privathaushalten und im Dialog mit deren Eigentümern entwickelt. Wer auf den Spuren der Siebenbürger Sachsen und Landler wandeln möchte, kann die Ausstellung als lockeren Einstieg nutzen. Wer Mitglied der deutschen Gemeinschaft in Hermannstadt und Umgebung ist, findet sich oder seine Familie hier gegebenenfalls in der einen oder anderen Form wieder. Die Ausstellung ist noch bis Mittwoch, den 30. September, im Kleinen Spiegelsaal des Forums zu sehen (Öffnungszeiten: Dienstag und Mittwoch von 11 bis 15 Uhr sowie Donnerstag und Freitag, 14 bis 18 Uhr). Der Eintritt ist frei.







