Klausenburg – Am vorletzten Mai-Tag 2029 werden sich genau 100 Jahre seit der Geburt von Doina Cornea erfüllen, weswegen die ihren Namen führende Nichtregierungsorganisation und Stiftungs-Gründer sowie -Vorsitzender Leontin Horațiu Iuhas, der am 7. Mai 2018 unter Präsenz von über 400 Personen und militärischen Ehrengeleits seine Mutter auf dem denkmalgeschützten Zentralfriedhof in Klausenburg/Cimitirul Central din Cluj zu Grabe gebracht hatte, sich jetzt schon mit der Absicht tragen, beide Parlaments-Kammern, die Regierung und die Präsidentschaft Rumäniens zu überzeugen, das aktuell drittnächste Kalenderjahr öffentlich dem Gedenken an die standhafte Binnenkritikerin der kommunistischen Epoche und unnachgiebig demokratische Oppositions-Verfechterin der frühen Nachwendezeit zu widmen.
Kein allein finanziell zu stemmendes Vorhaben, doch ein Dauergedanke, der die ideelle Hartnäckigkeit der 2019 eingetragenen Stiftung unterstreicht. Ihre konkrete Bitte um Geldspenden dafür ist an den nicht weniger vorherrschenden Plan gebunden, zwei Ausstellungen betreffend die Laufbahn von Doina Cornea noch möglichst weit und häufig wandern zu lassen, und Auszüge ihres Schaffens als Hörbücher zu publizieren. Auch die Weiterarbeit am Einrichten ihrer Privatbibliothek als Stock der Zentralen Universitätsbibliothek Klausenburg erfordert geldlichen Aufwand, und im Kern liegt Stiftungsleiter Leontin Horațiu Iuhas enorm viel an der Fortführung archäologischer Ausgrabungen auf der Suche nach individuellen und Massengräbern von Opfern der kommunistischen Gewaltherrschaft.
Genau daran orientiert sich das Gesuch auf Finanzierung eines internationalen Projekts, das Anfang Oktober 2025 der Europäischen Union vorgelegt wurde und gar einen vollständigen wie ausführlichen Satz zum Titel hat: „In Rumänien wird das Gedächtnis unter der Erde gesucht, in der Ukraine wird es jetzt geschrieben.“ Sollte die gemeinsam mit dem Museum der Vereinigung in Karlsburg/Alba Iulia, dem [tefan-cel-Mare-Museum von Vaslui, dem Institut Fortgeschrittener Studien über die Kultur und Zivilisation der Levante, dem Ethnografischen Museum Siebenbürgens zu Klausenburg, dem Geschichtsmuseum der Moldau in Chișinău und der Rumänischen Fernsehgesellschaft erdachte „internationale Initiative zur Aufdeckung, Forschung und Förderung der historischen Wahrheit an das Tageslicht jenseits von Grenzen und Ideologien“ mit dem Finanzierungs-Zuschlag der EU belohnt werden, dürfte Leontin Horațiu Iuhas sich besonders dazu berechtigt fühlen, die Zivilgesellschaft um die Leistung von 30.000 Euro Beitrag anzufragen. „Wird unser Finanzierungs-Gesuch nicht bewilligt, erachten wir unsere Mission als zu wichtig, um sie aufzugeben.“
Nächstfolgende Ziele der Ausgrabungen auf Geheiß der Doina-Cornea-Stiftung sind die östliche Donau-Aue im Süden von Brăila und weitere Territorien, wonach das Erforschte in Form von Wanderausstellungen in mehreren Städten Rumäniens gezeigt und inhaltlich durch Präsentation von Ikonen aus dem Atelier von Historiker und Künstler Marius Oprea verstärkt werden soll. Eine Expo selber Art vorgesehen ist auch für Chișinău, wo zudem eine Konferenz unter Teilnahme hochrangiger Akademiker, Historiker und Politiker aus der Ukraine, aus der Republik Moldau und aus Rumänien in Planung steht. Und eine zwar kleinere, symbolisch aber sehr geladene Ausstellung könnte letztlich die Wände eines Luftschutzraums in Kiew ausfüllen.
Spendenmöglichkeiten sind online aufgelistet (fundatia-doinacornea.ro/donate), und nach wie vor besteht die Option, durch Senden einer SMS des sehr einfachen Wortlauts „Scaner“ an die 8845 monatlich zwei Euro beizusteuern, was die Anschaffung eines modernen und umgerechnet ungefähr 50.000 Euro teuren Bodenscanners vorantreiben hilft.




