Sathmar – Die dauerhafte Pflege eines kranken oder behinderten Familienmitglieds ist eine Aufgabe, die viel Hingabe, Kraft und Ausdauer verlangt. Für viele Angehörige bedeutet sie jedoch auch eine enorme körperliche und seelische Belastung. Eigene Bedürfnisse treten oft in den Hintergrund, Erschöpfung wird zum Alltag. Umso wichtiger sind sogenannte Respiro-Zentren, die pflegenden Familien zeitweise Entlastung bieten. Im Kreis Sathmar/Satu Mare fehlte eine solche Einrichtung bislang – nun wurde in Großkarol/Carei offiziell der Startschuss für das erste Respiro-Zentrum der Region gegeben.
Das Investitionsprojekt, das vergangenen Donnerstag vom Kreisrat Sathmar gemeinsam mit seinen Partnern vorgestellt wurde, hat ein Gesamtvolumen von mehr als 2,3 Millionen Euro. Finanziert wird das Vorhaben durch das Ministerium für Investitionen und europäische Projekte. Auch auf nationaler Ebene gilt das Zentrum als bedeutender Schritt, da es in Rumänien bislang nur wenige vergleichbare Einrichtungen gibt.
Das neue Zentrum in Großkarol soll Familien unterstützen, die sich tagtäglich um erwachsene Menschen mit Behinderung kümmern. Geplant sind insgesamt achtzehn Plätze mit Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Betroffene können dort bis zu 180 Tage pro Jahr verbringen. Dadurch erhalten Angehörige die Möglichkeit, sich zu erholen, eigene gesundheitliche Probleme zu behandeln oder neue Kraft für den Pflegealltag zu schöpfen.
Neben Unterkunft und Verpflegung bietet die Einrichtung umfassende medizinische und therapeutische Leistungen an. Vorgesehen sind medizinische Betreuung, Rehabilitationsmaßnahmen sowie Programme zur Persönlichkeitsentwicklung. Ziel ist es, den Aufenthalt im Zentrum nicht nur als Übergangslösung zu gestalten, sondern als sinnvolle und gemeinschaftsfördernde Erfahrung für die Bewohner.
Auch die psychische Gesundheit der Angehörigen steht im Fokus des Projekts. Geplant ist psychologische Unterstützung, um pflegende Familienmitglieder bei der Bewältigung der täglichen Belastungen zu begleiten.
Der Vorsitzende des Kreisrats Sathmar, Csaba Pataki, betonte bei der Vorstellung des Projekts, dass die Initiative konkrete Hilfe für zahlreiche Familien im Kreis bedeute. Nach Einschätzung der Verantwortlichen wird die Nachfrage groß sein: Mehr als hundert Menschen sollen jährlich von dem Angebot profitieren können.
Das Projekt wird unter der Leitung der Sozial- und Kinderschutzbehörde des Kreises Sathmar umgesetzt. Die vollständige Fertigstellung des Respiro-Zentrums ist innerhalb von 47 Monaten vorgesehen. Mit der neuen Einrichtung soll das soziale Unterstützungsnetz im Kreis nachhaltig erweitert und modernisiert werden.




