Freiwillige für Mühlensanierung gesucht

Der Verein „Acasă în Banat“ bläst wieder zum Sammeln in Valeapai/Ramna

So sah die Mühle von Valeapai während der vorjährigen Säuberungsaktion durch die Freiwilligen aus. | Foto: Acasă în Banat

Valeapai/Temeswar – Am Samstag organisiert der Verein „Acasă în Banat“/„Im Banat zuhause“ erneut eine Freiwilligenaktion, in deren Folge ein weiterer Schritt getan werden soll zur Sanierung und letztendlich Wiederinstand- und -infunktionsetzung der ehemaligen Wassermühle von Valeapai, die zwischendurch zu einer mit einem Dieselmotor betriebenen Mühle umgebaut worden ist. Am Samstag sollen die im vergangenen Jahr begonnenen Säuberungsarbeiten innen und außen fortgesetzt und mit der Sanierung des Dachstuhls begonnen werden.

Valeapai war bis zur Reorganisierung der Verwaltung Rumäniens im Jahr 1968 (als die Regionen und Rayons aufgelöst und mit 41 Verwaltungskreisen ersetzt wurden) der Sitz einer Gemeindeverwaltung (eingemeindet Ramna und Duleu), danach wurde die Ortschaft als Dorf dem sieben Kilometer näher zu Bokschan liegenden Ramna eingemeindet. Das Jahr 1968 muss auch als Beginn eines bis heute andauernden sozial-wirtschaftlichen und demografischen Niedergangs der Ortschaft angesehen werden.

Wie dem auch sei, die Mühle hatte in der Zwischenkriegszeit der aus Großsanktnikolaus stammenden Familie des Peter Riesz gehört, die nach der „Bodenreform“ von 1923 in Valeapai nahezu ihren gesamten Landbesitz verloren hatte (bis heute haftet jener „Enteignung“ stark die Anrüchigkeit behördlicher Willkür an, wie aus der Ortschronik herauszulesen ist). Als Deutsche/Banater Schwaben wurde ihnen 1945 auch die Mühle enteignet, die dann unter verschiedenen wirtschaftlichen Organisationsformen bis in die 1980er Jahre für die Bevölkerung arbeitete, als dann der Betrieb eingestellt wurde. Seither gehörte sie „allen“ Dorfbewohnern und jeder „bediente“ sich, nach „Bedarf“, am noch Bestehenden. Besitzerin ist die Gemeindeverwaltung in Ramna.

Nachdem die in Temeswar ansässige Familie Radu Trifan – die Gründer des Vereins „Acasă în Banat“ – in Valeapai ein altes, verfallsbedrohtes Bauernhaus in ortsspezifischer Architektur (es steht unweit der Mühle, am Dorfrand) erwarb und das Haus im Rahmen eines international ausgerichteten privaten Projekts sanierte (wer mit Hand anlegte, durfte eine Zeit lang im Haus wohnen (was ein begeistertes Echo von den USA bis Japan und Australien auslöste), parallel dazu ein umfassendes Projekt der Inventarisierung aller noch im Banater Bergland in irgendeiner Form vorhandenen Wassermühlen startete (das Buch, das daraus resultierte, ist in der ADZ vorgestellt worden), fiel ihre Aufmerksamkeit auch auf die Mühle von Valeapai, eine der wenigen, die nicht aus Holz gebaut war, sondern in einer aus Brennziegeln gebauten Immobilie in Betrieb war. Das Resultat jener Aufmerksamkeit ist das jetzige Projekt, das wieder maßgeblich von Freiwilligen, diesmal aus dem Inland, genauso wie die bisherige Sanierung zahlreicher Wassermühlen im Banater Bergland, realisiert werden soll.

Ziel der Restaurierung ist es, der Mühle am Ufer des Pogăniș-Baches wieder ihre ursprüngliche Funktionalität zu verleihen. Aber „Acasă în Banat“ will mehr. Aus der Mühle soll einmal ein zentraler Bezugspunkt der Ortschaft werden, mit Mühlenmuseum, Aktivitäten rund ums Kennenlernen des Mühlenbetriebs und Müllerhandwerks für Schüler und Jugendliche, ums Brotbacken usw. Da Radu Trifan inzwischen per Ausschreibung vom Kreisrat Temesch zum Direktor des Temeswarer Museums des Banater Dorfes im Jagdwald befördert wurde, steht dem künftigen „Betrieb“ der Mühle auch museografisches Fachwissen zur Verfügung. Zudem wird beabsichtigt, die Mühle zum Austragungsort von Kulturevents zu machen. Doch das ist Zukunftsmusik.

Vorläufig hofft der Verein, am Samstag – gegen Kost, gute Luft und gute Laune – ausreichend Freiwillige zusammenzubekommen, um in der Sanierung einen Schritt weiterzukommen. Dafür bietet der Verein am Samstag früh eine kostenlose Busfahrt von Temeswar nach Valeapai und zurück an, sowie Verköstigung vor Ort. Zwecks Vormerkung als Teilnehmer gibt es auf der Facebook-Seite des Vereins das entsprechende Formular. Der Verein hofft auch auf Geldspenden für die Fortsetzung des Vorhabens „Sanierung der Mühle von Valeapai“. 

„Jede hilfreiche Hand zählt! Sei es durch freiwillige Arbeit, sei es durch Spenden, alles ist willkommen und wird zielführend eingesetzt! Uns kommt es auf die Beteiligung einer möglichst umfangreichen Gemeinschaft an. Auch diese Mühle gehört letztendlich zum ländlichen Kulturgut des Banats, das eine Rettung für künftige Generationen verdient.“